Verbrauchertipp: Garantiefristen

Egal wo in der Europäischen Union gilt für den Kauf von neuen Produkten eine gesetzliche Frist von zwei Jahren ab Lieferung der Ware. Weitere Informationen von der Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien.

Verbrauchertipp Garantiefristen

Wenn wir mal ehrlich sind: Es ist ja wirklich ärgerlich, wenn man gerade was Neues gekauft hat und nach wenigen Wochen gibt es seinen Geist auf. Es ist jetzt völlig egal, ob es eine Kaffeemaschine, irgendwas zum Anziehen oder ein Smartphone ist. Wenn Ware kaputt geht, dann ärgern wir uns und dann müssen wir das Ding natürlich umtauschen, ist doch klar… wir haben es ja bezahlt. Das Ganze kostet aber Zeit und Nerven und manchmal auch noch Geld.

Garantie ist Pflicht bei Neu- und Gebrauchtwaren

Das Gesetz bezieht sich auf der einen Seite auf die so genannte gesetzliche Garantie, das heißt mit anderen Worten, jene Garantie, die jeder Verkäufer gewähren muss, und auf der anderen Seite bezieht sich das Gesetz auf die vertragliche Garantie, also diejenige, die der Verkäufer dann noch zusätzlich in seinem Vertrag vorsieht und die dann auch in den allgemeinen Geschäftsbedingungen beschrieben wird.

Wie lange gilt die Garantiefrist für Neuwaren?

Egal wo in der Europäischen Union gilt für den Kauf von neuen Produkten eine gesetzliche Frist von zwei Jahren ab Lieferung der Ware. Für Gebrauchtware gilt eine Frist von einem Jahr. Ganz wichtig sind hierbei aber die ersten sechs Monate, was häufig vergessen wird.

Stelle ich jetzt zum Beispiel fest, dass nach ein paar Wochen der neue Staubsauger aus irgendeinem Grund den Geist aufgibt, dann wird angenommen, dass der Mangel oder Fehler schon von Anfang an bestanden hat. Das heißt, die Beweislast liegt dann beim Verkäufer. Dieser Mangel oder Fehler muss dann dem Verkäufer innerhalb von zwei Monaten mitgeteilt werden und das am Besten per Einschreiben.

Anders verhält es sich, wenn ich den Mangel nach den sechs Monaten feststelle. Dann muss ich als Verbraucher beweisen können, dass es sich hier wirklich nicht um eigenes Verschulden handelt.

Mangel nach sechs Monaten: Welche Rechtsmittel stehen dem Verbraucher denn in solch einem Falle zur Verfügung?

Stelle ich zum Beispiel fest, dass der Neuerwerb der Ware, egal ob es jetzt eine Kaffeemaschine oder ein Handy ist, defekt ist, dann habe ich Anrecht auf eine Reparatur oder einen vollwertigen Ersatz.

Stellt der Verkäufer nun fest, dass beides nicht möglich ist, dann habe ich Anrecht auf eine angemessene Preisminderung, das heißt mit anderen Worten: Ich will mein Geld zurück.

Ein Jahr Garantie für Apple-Produkte ist nicht gesetzeskonform

Es gibt immer wieder Diskussionen um den Anbieter Apple. Auf der Internetseite von Apple Belgien ist zu lesen, dass die Garantie auf Appleprodukte nur ein Jahr beträgt.

Das Gesetz in Belgien ist aber klar und deutlich: Es gilt eine Garantiefrist auf neu erworbene Produkte von 2 Jahren. Wenn ich ein iPhone kaufe und es stellt sich nach gut 13 Monaten heraus, dass es defekt ist ohne Fremdeinwirkung, dann muss Apple mir das Gerät entweder kostenlos reparieren oder ersetzen. Da gibt’s kein drumherum und da sollte sich der Verbraucher auch wehren, egal wo ich das Produkt hier in Belgien gekauft habe. So mancher Verkäufer versucht sich da aus der Affäre zu ziehen und verweist auf die Garantiefrist von Apple, aber da sollte man dann hartnäckig bleiben und sich nicht über den Tisch ziehen lassen.

Ersatz bei eigenem Verschulden?

Wenn ich aber jetzt mein neues iPhone mal hab fallen lassen oder auf dem Verandatisch habe draußen liegen lassen und es ist nass geworden, dann ist die Chance sehr gering, dass das Gerät ersetzt wird. Das gilt auch für andere Handys oder Smartphones. Bei eigenem Verschulden und eigener Nachlässigkeit sind die Chancen sehr gering, dass der Händler das iPhone anstandslos ersetzt. Da sollte man auch dem Händler gegenüber fair bleiben.

Weitere Infos auch im Netz unter vsz.be.

 

 

 

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzzentrale Ostbelgien, Foto: BRF

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