Verbrauchertipp: Winterzeit gleich Schimmelzeit

Wie man sich am besten vor Schimmelpilze schützt und was getan werden muss, wenn man Schimmelpilze in der Wohnung findet. Tipps von der Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien.

Schimmelpilz

Schmuddelwetter bedeutet, dass wir die Fenster nicht mehr so häufig offen lassen, es wird weniger gelüftet und einen freut das ganz besonders: den Schimmelpilz. Schimmelpilzsporen kommen jetzt so langsam in Fahrt und spätestens in einigen Wochen herrscht Hochsaison. Dann gibt es wieder die ersten schwarzen Schimmelpilzflecken auf der Tapete oder in den Ecken von Schlafzimmer, Dusche oder auch in der Küche. Wenn weniger gelüftet wird, bleibt zu viel Feuchtigkeit in der Wohnung.

Woher kommen Schimmelpilz und Feuchtigkeit?

Schimmelpilzsporen sind im Grunde genommen überall vorhanden. Zum Wachsen brauchen sie neben Nährstoffen wie Staub, Putz, Tapeten oder Holz vor allem eins, und das ist Feuchtigkeit. Darüber hinaus stellen sich noch ganz andere Fragen: Zum Beispiel, wie ist die Wohnung eingerichtet, sind Wände mit bestimmten Latexfarben quasi luftdicht versiegelt? Sind die Möbel naturbelassen oder auch versiegelt? Welche Dämmeigenschaften haben die Außenmauern? Und so weiter und so fort. Also hier spielen viele Faktoren eine ganz wesentliche Rolle.

Die Gründe sind von Haus zu Haus verschieden: Um es mal etwas plastisch auszudrücken: Wem der Keller mal voll gelaufen ist, braucht sich nicht zu wundern, dass er später Schimmel an den Wänden bekommt. Sehr häufig sind aber Wohnungen betroffen, die auf den ersten Blick nicht als feucht gelten.

Die erste Frage, die sich stellt: Lüfte ich meine Wohnung ausreichend? Und die zweite Frage: Ist meine Wohnung auch ausreichend geheizt. Experten raten, eine Wohnung oder einen Raum, in dem sich viel aufgehalten wird, wie zum Beispiel das Schlafzimmer, die Küche oder auch das Wohnzimmer, drei- bis viermal täglich zu lüften. Wichtig ist vor allem, dass Durchzug entsteht, damit die warme, feuchte Luft gegen kühlere Außenluft ausgetauscht werden muss. In einem Vier-Personen-Haushalt sammeln sich pro Tag nämlich 12 Liter Wasserdampf in der Luft an und die Feuchtigkeit muss ja irgendwo hin.

Energieverlust durch Lüften

Das ist auch für uns ein sehr, sehr heikles Thema. Was ganz sinnvoll sein kann, ist ein Hygrometer. Das ist ein Gerät, dass die Feuchtigkeit messen kann. Im Handel gibt es Feuchtigkeitsmesser schon ab acht Euro. So einen Hygrometer kann man ganz gezielt einsetzen: Steigt die relative Luftfeuchtigkeit über 55 Prozent an, so muss gelüftet werden, Pi mal Daumen so zwischen 4 und 6 Minuten. In den Wintermonaten reicht das alle mal, da bleibt auch der Energieverlust relativ gering.

Vermeiden sollte man Dauerlüften, wie zum Beispiel das Fenster über Stunden in Kipp-Stellung stehen zu lassen. Wichtig ist auch, dass man nach dem Duschen oder Baden sofort lüftet, genauso nach dem Kochen, weil sich hier ja größere Mengen an Wasserdampf bilden können. Und die Wohnräume sollten nicht unter 14 Grad auskühlen.

Wie gefährlich sind Schimmelpilze?

Normalerweise wird unser Immunsystem relativ gut mit Schimmelpilzsporen fertig. Das jedenfalls sagen die Experten. Aber wenn dem nicht so ist und unser Immunsystem geschwächt ist, dann können unter bestimmten Umständen gesundheitliche Probleme auftreten: Zum einen Atemwegsbeschwerden und zum anderen können allergische Reaktionen auftreten. Verharmlosen sollte man das also auf keinen Fall: Schimmelpilze können auf den Menschen giftig wirken und zu Allergien oder Infektionen führen.

Bekämpfung von Schimmelpilzen

Wenn es sich um kleine Schimmelpilzflecken handelt, raten Experten dazu, hochprozentigen Alkohol zu nehmen, den man in jeder Apotheke bekommt. Man sollte den Alkohol zirca 30 Minuten auf die Schimmelpilzflecken einwirken lassen und dann mit einem Tuch abwischen. Keine so gute Idee soll Essig sein, da Essigsäure den Schimmelpilzen zusätzlich Nahrung liefert.

Größere Schimmelpilzschäden sollte man unbedingt einem Fachunternehmen oder Baubiologen überlassen. Denn nur Fachleute kennen die Techniken, kennen die mögliche Gefahren und sind mit den nötigen Schutzmaßnahmen betraut. Und zusätzlich können die Experten auch Ratschläge geben, wie ich denn entsprechende Sanierungsmaßnahmen durchführen kann.

Weitere Infos gibt es im Netz unter vsz.be.

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzzentrale Ostbelgien, Foto BRF

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