Verbrauchertipp: Treibhausgase

Ein neuer Uno-Bericht sagt, dass die Treibhausgas-Emissionen einen neuen Höchststand erreicht haben. Für die Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien können die Verbraucher bei der Reduzierung eine wichtige Rolle spielen.

Ohne Palmöl

Die Weltorganisation für Meteorologie hat sich kürzlich zum Thema Treibhausgase geäußert: Es wurde ein neuer Höchststand für die Treibhausgas-Emissionen, die im Verdacht stehen, den Klimawandel anzufeuern, festgestellt.

Was hat Verbraucherschutz mit Klimawandel zu tun?

Recht viel. Wir als Verbraucherschutzzentrale widmen uns dem Thema „Nachhaltigkeit“, wo der Klimawandel und Treibhausgasemissionen eine Rolle spielen. Der Verbraucher kann bei der Reduzierung von Treibhausgasemissionen eine entscheidende Rolle spielen: Ich erinnere nur mal an die Reduzierung des Energieverbrauchs, das Thema Ernährung spielt auch eine Rolle und unser Konsumverhalten sowieso, das ja letztendlich auch einen Einfluss auf Treibhausgasemissionen haben kann.

Indem ich als Verbraucher zum Beispiel auf palmölhaltige Lebensmittel verzichtet. Wie man in den Medien sehen und hören konnte, sind die Waldbrände in Indonesien Ende Oktober komplett außer Kontrolle geraten, weil die Großgrundbesitzer Platz für weitere Palmölplantagen schaffen wollen. Und diese Waldbrände und der damit einhergehende Verlust von Regenwald spielt eine Rolle beim Klimawandel. Ich kann als Verbraucher ganz bewusst eine entscheidende Rolle übernehmen, indem ich mich für oder gegen Lebensmittel mit Palmöl entscheide. Seit Dezember 2014 müssen alle Lebensmittel mit Palmöl in der EU als solche auch gekennzeichnet werden.

Treibhausgas-Emissionen: Von welchem Wert spricht man da eigentlich?

Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) sagt, dass die CO2-Konzentration im vergangenem Jahr auf 398 Teile pro Million gestiegen ist. Das sagt einem jetzt nicht gerade viel. Aber die Wissenschaftler haben festgestellt, dass bevor es Autos, Fabriken und Kraftwerke gab, also sprich vor der industriellen Revolution, der Ausstoß bei 280 gelegen hat. Und die WMO hat auch festgestellt, dass die Menge an Treibhausgasen in der Atmosphäre jedes Jahr einen neuen Höchststand erreicht, weil der Ausstoß ungebremst fortschreitet.

Welche Gase gelten denn neben dem Kohlendioxid CO2 als Hauptursache des Klimawandels?

Neben CO2 gilt Methan als Mitverursacher für den Klimawandel. Dabei handelt es sich um ein Gas, das 25 mal wirksamer ist als CO2. Und es kommt vor allem in der Landwirtschaft vor, insbesondere bei Massentierhaltung. Andere Quellen sind aber auch Waldbrände, Feuchtgebiete oder auch Mülldeponien.

Klimagipfel in Paris: Gibt es Anzeichen, dass die Treibhausgasemissionen reduziert werden können?

Die Vereinten Nationen wollen gerade in Paris einen Weltklimavertrag abschließen, wo jedes Land – darunter auch Belgien – genau erklären soll, wie denn die CO2-Emissionen reduziert werden sollen. Die einzelnen Regionen Belgiens hatten sich eigentlich schon auf ein gemeinsames Klima-Abkommen geeinigt. Doch dann hat vor allem die NV-A quer geschossen, weil sie befürchtet, dass Flandern benachteiligt wird. Jetzt soll nachverhandelt werden und wir dürfen gespannt sein, ob Belgien bis zum Klimagipfel in Paris da etwas Ordentliches auf die Beine stellt.

Mit welchen Folgen ist beim Klimawandel zu rechnen?

Das wird unter Experten immer wieder heiß diskutiert. Und die Ausmaße sind immer wieder heftig umstritten. Zahlreiche Klimaforscher warnen, dass die fortschreitende Erwärmung zum Anstieg des Meeresspiegels führen kann, zu Dürren und vor allem zu Gletscherschmelzen. Was nun den Anstieg des Meeresspiegels anbetrifft, so sind natürlich auch Küstenorte an der Nordsee betroffen. Aber ich denke, da sollte man jetzt nicht in Panik verfallen. Es handelt sich dabei um Langzeitstudien. Auf der anderen Seite sollte man auch nichts verharmlosen, denn der Klimawandel ist jetzt schon auf manchen Pazifikinseln spürbar, genauso in Bangladesh oder in Indien.

Und deshalb ist ein Klimaabkommen so wichtig, denn unsere Zukunft hängt davon ab und ich als Verbraucher kann meinen Teil dazu beitragen.

Weitere Infos gibt es beim vsz.be.

 

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien/Foto: BRF

Kommentar hinterlassen
Keine Kommentare
Kommentar hinterlassen

Ihre Email-Adresse wird niemals veröffentlicht!
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien zu Kommentaren.

Restl. Anzahl Wörter: 150