Verbrauchertipp auf BRF1: Winterschlussverkauf

Kühlen Kopf bewahren bei hohen Rabatten. Das rät Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien.

Schlussverkauf

Der Winterschlussverkauf beginnt am 2. Januar und dauert einen ganzen Monat lang bis zum 30. Januar einschließlich. Rabatte bis zu 70 Prozent verspricht der Handel: Kein Wunder, denn die Auslagen der Textilgeschäfte sind mit Winterklamotten randvoll. Die Geschäfte brauchen Platz für ihre Frühjahrs- und Sommerware. Und das ist nicht nur bei Textilien, sondern auch bei Möbeln und Elektrogeräten der Fall. Klingt verlockend und trotzdem sollten Sie Vorsicht walten lassen.

Also wenn die Schnäppchenjäger sich ins Getümmel stürzen, dann sollten sie sich vor allen Dingen nicht von den hohen Rabatten täuschen lassen und einen kühlen Kopf bewahren. Gerade im Gewusel am Grabbeltisch von Unterhosen und Strümpfen ist ein durchdachter Einkaufszettel eine große Hilfe.

Kühlen Kopf bewahren

Wichtig ist vor allem, Mann oder Frau sollten sich schon etwas Zeit nehmen und Preis und Qualität der Ware miteinander vergleichen. Der Händler darf nur jene Waren für den Winterschlussverkauf benutzen, die er im Geschäft hat. Es gibt immer wieder schwarze Schafe, die Billigware einsetzen, die ausschließlich für den Winterschlussverkauf produziert worden ist oder aus dem tiefsten Keller hervorgezaubert wird.

Wer aber ein richtiger Schnäppchenjäger ist, der fällt auf so etwas nicht herein, da er im Vorfeld – also in der Periode vor dem Winterschlussverkauf – die Ware schon ins Visier genommen hat.

Waren-Umtausch

Zunächst muss mal unterschieden werden zwischen einem Umtausch, weil die Ware nicht gefällt oder nicht passt und einer Reklamation, weil irgendein Defekt am Produkt oder ein Fehler bei der Ware aufgetreten ist. Generell ist es so, dass Ware im Winterschlussverkauf vom Umtausch ausgeschlossen ist und normalerweise, ich betone normalerweise, auch nicht aus Kulanz zurückgenommen oder umgetauscht wird.

Wenn aber ein zusätzliches Problem auftaucht, beispielsweise wenn der CD-Player jetzt stottert, dann hat der Kunde selbstverständlich das Recht, dass der Händler das in Ordnung bringt, auch wenn es sich um ein Schnäppchen handelt. Zuerst muss der Händler versuchen, die Ware zu reparieren oder er bietet ein Ersatzgerät an. Klappt beides nicht, dann kann der Kunde einen Preisnachlass aushandeln oder die Ware gegen Geld zurück geben.

Referenzpreis

Verbrauchertipp: WinterschussverkaufDer Händler ist dazu verpflichtet, auch den Referenzpreis angeben. Es genügt also nicht einfach, „minus 50 Prozent“ anzugeben. Laut Gesetz muss der betreffende Artikel 30 Tage zuvor mit demselben Preis ausgezeichnet sein. Bekleidungs-, Lederwaren und Schuhgeschäfte dürfen im Monat vor dem Winterschlussverkauf keine reduzierte Ware anbieten. Da gibt es eine Wartezeit vom 6. Dezember bis zum 2. Januar.

Um dem Gesetz ein „Schnippchen“ zu schlagen, bieten manche Händler so genannte Koppelungsgeschäfte an, das heißt, beispielsweise beim Kauf von 2 Hosen gibt es einen Rabatt von 20 Prozent. Das ist dann wiederum völlig legal. Darüber hinaus hat Test-Achats festgestellt, dass besonders im Elektronikbereich, häufig falsche Referenzen angegeben werden.

Augen auf bei Schnäppchenjagd – Weitere Infos im Netz unter vsz.be

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzzentrale Ostbelgien / Fotos: BRF

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