Verbrauchertipp: My Advertising Pays

Schneeball- oder Pyramidensystem: Achtung vor Abzocke. Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale rät zur Vorsicht.

Illustration picture shows money - various euro banknotes and coins

Wer will nicht schnell Geld verdienen. Im Netz beziehungsweise im Internet gibt es reihenweise Angebote, die sehr verlockend klingen. Doch Vorsicht ist angebracht: Denn allzu oft handelt es sich um Abzocke, auch wenn die Gewinnchancen verlockend klingen.

Schneeball- oder Pyramidensysteme

Das sind im Grunde genommen Geschäftsmodelle, die vor allem durch die ständig wachsende Zahl an Teilnehmer funktionieren. Also je mehr Mitglieder daran teilnehmen, je größer sollen dann auch die Verdienstmöglichkeiten sein. Im Internet ist dabei auch oft die Rede von Multi-Level-Marketing oder Network Marketing, wobei bei zahlreichen Angeboten nicht ganz klar ist, wo die Grenze zwischen Abzocke und seriösem Geschäftsmodell liegt. Also da muss man schon sehr, sehr gut aufpassen.

My Advertising Pays

In der Deutschsprachigen Gemeinschaft macht jetzt anscheinend das Pyramidensystem „My Advertising Pays“ (abgekürzt MAP) die Runde. Dieses Angebot kommt aus den USA und allein schon der Aufbau der Seite macht einen stutzig. Da flimmert es vor Werbung und das erste, was einem ins Auge springt, ist der Spruch: „Wie sicher und schnell man Geld verdienen kann“: myadvertisingpays.com

Die Hauptseite ist in englischer Sprache gestaltet, aber es gibt auch Buttons in deutscher und russischer Sprache. Was mir allerdings aufgefallen ist: Es gibt kein Impressum, keine Telefonnummer, an die man sich wenden kann. Für ein seriöses Unternehmen fehlen hier auf den ersten Blick schon ganz konkrete Angaben. Dabei möchte ich noch hinzufügen: Das Unternehmen hat keinen Sitz in Belgien oder in Europa, Ansprüche können total abgeschrieben werden, sollte es zum Totalverlust kommen.

Wie funktioniert das MAP-System?

My Advertising Pays oder MAP funktioniert relativ einfach: Es handelt sich zunächst um eine Internetseite. Man soll andere User dazu motivieren, sich ebenfalls an diesem System zu beteiligen. Das ist im Prinzip auch der Aufbau eines Pyramidensystems.

Man schreibt sich ein, kauft ein Paket von zirka knapp 50 Dollar und man ist dann automatisch an einer Art Gewinn aus allen Einkünften der Plattform beteiligt. Und diese Gewinnbeteiligung nennt sich Credit Packs. Man muss nur eine Aufgabe lösen, das heißt zehn Mal am Tag auf eine Werbung klicken.

MAP tut so, als würden bekannte Großfirmen auf ihrer Website Werbung schalten. Das ist aber völliger Blödsinn. Denn in Wirklichkeit hauen sich die MAP-Mitglieder die angesammelten Credits in Form von Werbung gegenseitig um die Ohren. Doch das führt zu keinem neuen Geldfluss im System. Das Geld kommt nur durch neue Mitglieder rein.

Dieses System funktioniert also nur so, in dem die Anzahl der Mitglieder ständig wächst, die dann Geld in „My Advertising Pays“ investieren.

Wo liegt der Haken?

Man sollte sich ganz einfach mal die Frage stellen: Wie seriös kann ein System sein, das gesicherte – ich sage jetzt mal – tausend Euro pro Monat verspricht nur durch das Anklicken auf zehn Werbeanzeigen? Da sollte man doch mal einfach seinen gesunden Menschenverstand benutzen. Das kann gar nicht funktionieren.

Im Grunde genommen ist es ein Glückspiel bei dem sehr wenige am Ende etwas Geld verdienen, aber nur auf Kosten von neuen Mitgliedern. Denn das MAP-System, wie auch alle anderen Schneeball- oder Pyramidensysteme, funktionieren so lange, bis sich keine neuen Mitglieder mehr melden.

In der Regel sind das meistens zwei Jahre, vielleicht auch ein bisschen länger. Dann brechen sie in sich zusammen. Und das investierte Geld ist futsch.

Schutz vor einem solchen Pyramidensytem wie „My Advertising Pays“?

Das Schema von solchen Systemen ist immer wieder gleich:

  •  Zunächst wir mal ein großer Gewinn in Aussicht gestellt, man verspricht ein sicheres Einkommen.
  •  Hohe Verdienstmöglichkeiten werden ganz gezielt hervorgehoben und dargestellt.
  •  Es werden nur positive Dinge erzählt, ist auch ein ganz wichtiges Kriterium.
  •  Es wir so eine richtige euphorische Stimmung erzeugt,…

Also man sollte sich vor blumigen Versprechen nicht beeindrucken lassen… und vor allem den gesunden Menschenverstand einschalten: Versprechen nach schnellem Reichtum sollte man keinen Glauben schenken.

Weitere Infos finden Sie auch im Netz unter vsz.be

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzzentrale Ostbelgien / Foto: Jonas Hamers, Belga

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