Verbrauchertipp: Wer muss Schneeschaufeln?

Nicht jeder ist mit der weißen Pracht zufrieden, wenn es ans Schaufeln geht. Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien mit Infos.

Schneeschaufeln

Vor allem Hausbesitzer und Mieter rümpfen die Nase, wenn sie den Hof oder den Hauseingang von Schneemassen befreien müssen. Und eine Sache sorgt immer wieder für Konfliktstoff: Das ist der Bürgersteig. Wer ist dafür verantwortlich, dass der Gehweg vor dem Haus ordnungsgemäß geräumt wird?

Wenn ich Hauseigentümer bin und das Haus selbst bewohne, also nicht vermiete, dann erübrigt sich die Frage. Doch wenn es um Mietwohnungen geht, da wissen viele überhaupt nicht, wer denn nun den Bürgersteig vom Schnee befreien muss oder nicht.

Der Mieter muss den Bürgersteig frei machen

In der Regel ist es der Mieter, der den Bürgersteig frei machen muss. Also die Bewohner des Hauses. Wenn es sich aber jetzt um ein Mehrfamilienhaus handelt, dann muss der Bewohner des Erdgeschosses den Bürgersteig frei machen. Das zumindest sagt die Gemeindeverordnung, die dafür maßgebend ist, wer für das Schneeräumen verantwortlich ist.

Selbst wenn man in Urlaub ist, ist man für’s Schneeschippen verantwortlich. Während einer Abwesenheit muss man eben jemanden organisieren, der dann das Schneeschaufeln übernimmt. Gleiches gilt auch, wenn man einfach verhindert oder krank ist. Auch dann bleibt man verantwortlich und auch haftbar.

Wenn keiner im Erdgeschoss wohnt, dann ist derjenige, der im 1. Stock wohnt, dafür verantwortlich. Wenn da keiner wohnt, dann eben derjenige, der ein Stockwerk drüber mietet. Ist das Mietshaus überhaupt nicht bewohnt, dann steht der Hauseigentümer in der Pflicht, den Bürgersteig von den Schneemassen zu räumen.

Worauf ist beim Schneerräumen zu achten?

In der Gemeindeverordnung steht, dass man in der Regel unverzüglich den Gehweg von Eis und Schnee befreien muss. Und da reicht es nicht, nur den Schnee zu räumen, sondern bei Glatteis muss auch gestreut werden. Außerdem muss ich darauf achten, dass die Schneemassen nicht auf die Strasse landen, so dass sie den Verkehr behindern. Gleiches gilt natürlich auch für Bushaltestellen, Kanaleinläufe und besonders Hydranten dürfen ebenfalls nicht mit Schneemassen zugedeckt werden. Was im Falle eines Hausbrandes ja enorm wichtig ist.

Wer steht bei einem Unfall in der Pflicht?

Wenn es aufgrund von Glätte auf dem Bürgersteig zu einem Unfall kommt, hat natürlich der gestürzte Fußgänger Anspruch auf Schadensersatz und Schmerzensgeld, wenn der Bürgersteig nicht ordnungsgemäß von Eis und Schnee befreit worden ist. Da ist ganz eindeutig der Hausbewohner oder der Mieter des Erdgeschosses in der Pflicht. In diesem Falle käme dann die Haftpflichtversicherung zum Tragen.

Weitere Infos finden Sie auch im Netz unter vsz.be.

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzzentrale Ostbelgien / Foto: BRF

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