Verbrauchertipp: Greenpeace Fischratgeber 2016

Welcher Fisch darf auf den Teller? Bernd Lorch von der VSZ hat sich für den BRF den Einkaufsratgeber angeschaut.

Fisch essen soll ja so gesund, sagen Ernährungsexperten. Mindestens ein Mal pro Woche. Das Problem ist, wenn das alle Menschen beherzigen würden, dann gäbe es schon bald gar keinen Fisch mehr. Denn die Weltmeere sind total überfischt: Die Welternährungsorganisation FAO sagt mehr als 60 Prozent. Welchen Fisch darf ich denn überhaupt noch essen, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen? Antworten dazu gibt der aktuelle Einkaufsratgeber von Greenpeace, der jedes Jahr neu aufgelegt wird.

Fischratgeber von Greenpeace: kompakt, handlich und übersichtlich

Verbrauchertipp: Einkaufsratgeber Fisch von GreenpeaceIch habe den Fischratgeber mal zur Hand genommen. Also der ist etwas größer als eine Streichholzschachtel: klein, kompakt, handlich und nur 26 Seiten stark. Und das Tolle daran ist: Man kann sich diesen Ratgeber auch auf sein Smartphone laden. Was hier vor allem sehr erfreulich ist, die App ist narrensicher aufgebaut. Ich habe die mal ausprobiert und ich finde, dass sie noch besser und einfacher zu handhaben ist als den kleinen Fischratgeber im Papierformat.

Im Vergleich zu den Fischratgebern der vergangenen Jahre, hat Greenpeace die neue Ausgabe noch übersichtlicher und klarer aufgebaut. Das sieht man daran, dass der Ratgeber zunächst einmal alphabetisch geordnet ist, das geht von A wie Aal bis Z wie Zander.

Der Ratgeber listet insgesamt 47 verschiedene Fischarten auf. Und jede Fischart ist in drei große Bereiche gekennzeichnet. Einmal arbeitet Greenpeace nach dem Ampelsystem, d.h. Rot steht für „Finger weg, nicht nachhaltig“, und grün für empfehlenswert.

Dann gibt es noch die Rubrik „Ausnahmen“. Wenn jetzt zum Beispiel der Fisch rot gekennzeichnet ist, dann hilft der Ratgeber nach Alternativen zu suchen. Und zu guter Letzt gibt es noch ein paar Symbole, die darauf hinweisen, wo und wie der Fisch gefangen beziehungsweise gezüchtet worden ist.

Zum Beispiel ist „Lachs“  in dem Greenpeace-Fischratgeber mit Rot gekennzeichnet. Das bedeutet also, dass dieser Fischbestand gefährdet ist. Aber es gibt auch Ausnahmen und zwar den Pazifischen Lachs, den kann man dann bedenkenlos kaufen.

Gütesiegel

Auf dem Markt gibt es derzeit vier verschiedene bekannte Siegel: das MSC-Siegel, dann Seafood Watch, Sea Choice und Ocean Wise. Die stehen allemal für nachhaltigen Fischfang. Greenpeace ist der Auffassung, das diese Gütesiegel für eine Kaufentscheidung nicht aussagekräftig genug sind. Wir von der Verbraucherschutzzentrale finden, dass für die Verbraucher diese Gütesiegel dennoch eine wichtige Hilfestellung geben, wenn sie vor der Fischtheke stehen und die Qual der Wahl haben. Das ist denn immer noch besser, als gar nichts.

Herkunft

Seit ein paar Jahren gibt es neue Regeln für die Kennzeichnung von Fischerzeugnissen. Im Grunde genommen sind diese recht transparent, das heißt alle Fischerei- und Aquakulturprodukte müssen sämtliche Produktionsstufen, Verarbeitungszyklen und Vertriebsstufen quasi vom Fang bis zur Ernte auflisten.

Also verpackte Fischerzeugnisse müssen genau aufweisen, woher der Fisch kommt. Und ein gutes Fischgeschäft kann mit Sicherheit sagen, in welchen Gewässern der Fisch seine letzten Runden gedreht hat, bevor er sein letztes Gastspiel in der Kühltheke absolviert.

Ist Fisch gesünder als Fleisch?

Ob Fisch gesünder ist oder nicht, darauf geht der Ratgeber nicht ein. Die Aussage vom Fischratgeber ist eine ganz andere: Greenpeace sagt: seltener und bewusster Fisch konsumieren. Damit meint der Ratgeber: Wenn schon Fisch, dann sollte er auch aus gesunden Beständen stammen, der mit schonenden Methoden gefangen wurde oder aus nachhaltigen Aquakulturen stammt. Also der Ratgeber ist so etwas wie ein kleiner Wegweiser, der die eine oder andere Hilfe anbietet. Hier geht’s ja darum, dass der Verbraucher einfach bewusster konsumieren und sich Gedanken machen soll, über seine Ernährung und woher die Nahrung eigentlich her kommt und wie sie produziert worden ist. Das gibt ja nicht nur für den Fisch, sondern für alle Lebensmittel insgesamt.

Wo bekommt man den Ratgeber?

Den Ratgeber kann man bei greenpeace.de online bestellen oder sich einfach die App auch auf sein Smartphone runterladen. Weitere Infos dazu auch bei der Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien unter vsz.be.

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzzentrale Ostbelgien / Buchcover: Greenpeace

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