Verbrauchertipp: Mediation für Mietrecht

Ein Vermittlungsverfahren, um Konflikte zwischen Mieter und Vermieter gemeinsam beizulegen. Die Verbraucherschutzzentrale informiert.

VSZ Internetseite

Streiten tun sich öfters schon mal Mieter und Vermieter – und wenn es vor Gericht geht, dann kostet es viel Geld und vor allem auch Zeit und Nerven. So sind die Anwälte oft der lachende Dritte. Dass es auch anders geht, zeigt die Verbraucherschutzzentrale. Sie bietet eine alternative Lösung an, um Konflikte zwischen Mieter und Vermieter außergerichtlich beizulegen.

Mediation

Der Begriff „Mediation“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie Vermittlung. Wir als Verbraucherschutzzentrale verstehen Mediation als ein Verfahren, um Konflikte gemeinschaftlich zu lösen. Man kann sich das folgendermaßen vorstellen: Wir haben da die beiden Konfliktparteien, die sollen eine gemeinsame Lösung ihres Konflikts erarbeiten. Und das Ganze geschieht natürlich unter der Leitung eines neutralen Vermittlers, eines Experten auf dem Gebiet. Das Ziel ist natürlich eine win-win Lösung, also eine Lösung, wobei für beide Parteien mehr herauskommt als bei einem einfachen Kompromiss.

Wann macht so ein Verfahren Sinn?

Sinn macht es zum Beispiel, wenn die Diskussionen in einem Streit zwischen Mieter und Vermieter festgefahren sind. Bei der Lösung geht es weniger darum, Recht zu bekommen, sondern vielmehr darum, eine faire Lösung zu finden und einen teuren und langwierigen Rechtsstreit zu vermeiden.

Wie verläuft ein Mediationsverfahren?

Zunächst ist es einmal so, dass beide Parteien eine Konfliktlösung auch wollen. Wenn die eine oder andere Seite nicht will, dann macht es keinen Sinn. Also beide Parteien müssen schon einverstanden sein. In einer ersten Phase wird den Konfliktparteien zunächst einmal erklärt, was Mediation ist – und vor allem, was es nicht ist. Mediation ist kein richterlicher Beschluss und im Gegensatz zu einem kostspieligen Gerichtsverfahren, wo nur die Faktenlage zählt, spielen bei der Mediation auch persönliche Themen eine Rolle.

  • Erste Phase: Die Modalitäten für den Verlauf der Vermittlung werden festgelegt und die Vereinbarungen in einem Protokoll schriftlich festgehalten.
  • Zweite Phase: Die Sachlage wird erörtert.
  • Dritte Phase: Zukunftsorientierte Schwerpunkte werden erarbeitet nach dem Motto: Soll der Mietvertrag weiter bestehen, soll die Kaution freigegeben werden, und so weiter und so fort.
  • Vierte Phase: Lösungsalternativen werden erarbeitet.
  • Fünfte Phase: Die Lösung wird genau beschrieben und schriftlich dokumentiert.

Was kostet ein Mediationsverfahren bei der VSZ?

Das Mediationsverfahren wird nach Stundenhonoraren vergütet. Eine Stunde kostet 50 Euro und der Betrag wird zu gleichen Teilen den beiden Parteien in Rechnung gestellt. Da kommen mit aller Wahrscheinlichkeit mehrere Stunden zusammen, aber am Ende wird es allemal billiger sein als ein teurer Gerichtsprozess.

Weitere Infos auf vsz.be

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzzentrale Ostbelgien

Kommentar hinterlassen
Keine Kommentare
Kommentar hinterlassen

Ihre Email-Adresse wird niemals veröffentlicht!
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien zu Kommentaren.

Restl. Anzahl Wörter: 150