Verbrauchertipp: Warnung vor gefälschten USB-Sticks

Im Internet gibt es niemanden, der teure Produkte ganz billig verkaufen will. Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale warnt vor gefälschten USB-Sticks, die nicht halten, was sie versprechen.

USB-Sticks

Sie sind handlich wie Schlüsselanhänger, strotzen nur so vor Speicherkraft und kosten gerade mal läppische 20 bis 50 Euro. Die Rede ist von USB-Sticks, die mal locker 500 bis 1000 Gigabyte schaffen, ohne schlapp zu machen und das Blaue vom Himmel versprechen. Solche kleinen USB-Sticks finden sich zuhauf auf großen Onlinemärkten wie Amazon und eBay oder dem China-Konkurrenten Aliexpress.

Das ist grober Betrug und trotzdem fallen immer wieder Leute darauf rein. Sie lassen sich vor allem durch den extrem niedrigen Preis blenden, aber das gilt nicht nur für USB-Sticks. Im letzten Jahr hatten wir ja das Thema „Thermomix“ angesprochen, wo dieses Produkt im Netz zum halben Preis angeboten worden ist.

Fake-Flash-Memory

Sogar Händler und Verbraucher fallen auf solch billige USB-Sticks herein, weil diese Sorte von USB-Sticks mit einer speziellen Softwaremanipulation frisiert worden ist. Und das Problem ist, dass der Rechner die Angaben des Sticks nicht überprüfen kann und sie somit unkontrolliert meldet. Dann stehen da tatsächlich sagenhafte 512 Gigabyte, zum Beispiel.

Stell dir vor, du fährst in Urlaub und hast auf deinem Stick deine gesamte Videosammlung gespeichert, Hörbücher und jede Menge Musik.Und dann willst du irgendwann abends einen netten Film anschauen, und plötzlich meldet dein Notebook eine Fehlermeldung. Filme laufen gar nicht und von der Musik sind auch nur ein paar Alben abspielbar. Viele Daten werden als „beschädigt“ oder „unlesbar“ gemeldet. Und im schlimmsten Fall hängt sich das Notebook auf.

Die Betrüger schreiben anhand einer Softwaremanipulation falsche Angaben auf den Controller-Chip des Sticks. Zwar sieht dein Notebook die angeblichen 512 Gigabyte, da aber nur 4 Gigabyte zur Verfügung stehen, wird der USB-Stick, bzw. der Speicher jedes mal überschrieben, wenn er voll ist. Und es ist ja logisch, dass dann die zuerst gespeicherten Daten weg sind.

Und das Raffinierte an der Sache ist, dass alle aufgespielten Ordner im Inhaltsverzeichnis angegeben werden, auch wenn die Inhalte längst nicht mehr vorhanden sind.

Schutz vor Betrug

Zunächst würde ich mal den gesunden Menschenverstand einschalten. Ich habe mal ein bisschen im Netz gestöbert und da bin ich auf ein interessantes Angebot gestoßen und zwar gibt’s bei eBay ein USB-Stick-Schlüsselanhänger mit einer Speicherkapazität von angeblich 2 TB für nur 15,99 Euro.

Der renommierte USB-Hersteller Kingston bietet tatsächlich einen 2 TB USB-Stick an, der kostet aber das hundertfache, nämlich mehr als 1600 Euro. Das ist ein ganz anderer Preis!

Eine andere wichtige Sache ist: Also wenn ich im Internet als Verbraucher einen USB-Stick kaufe, dann nur bei einem Verkäufer, der auch Paypal anbietet. So kann ich im Betrugsfall vom Verkäufer oder von Paypal mein Geld zurück bekommen.

Es gibt auch im Netz eine kostenlose Software, die man herunterladen und feststellen kann, ob mein Stick auch wirklich die angegebenen Gigabyte oder Terabytes zur Verfügung stellt. Die ist bei Heise Online abrufbar heise.de

Weitere Infos zum Thema finden Sie auch unter vsz.be

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale, Foto BRF

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