Verbrauchertipp: Am 7. Juni ist Schluss mit den anonymen Prepaid-Karten

Jeder, der ein Smartphone oder Handy besitzt und mit Prepaid-Karten zahlt, muss sich registrieren lassen. Bernd Lorch von der VSZ mit den praktischen Infos.

Keine anonymen Prepaid-Karten mehr seit Mitt Dezember 2016 (Foto: Jonas Hamers, BELGA)

Keine anonymen Prepaid-Karten mehr seit Mitte Dezember 2016 (Foto: Jonas Hamers, BELGA)

Wer das nicht tut, der ist ab diesem Datum „offline“, d.h. anrufen und „simsen“ geht nicht mehr. Das hat natürlich seinen besonderen Grund: Und zwar will die Föderalregierung den Anti-Terror-Kampf verschärfen. Das Ganze ist natürlich unter anderem auf die Anschläge in Brüssel und in anderen europäischen Städten zurückzuführen, damit Terroristen und Kriminelle es nicht mehr so einfach haben, anonym per Handy zu telefonieren.

Online-Registrierung ist gratis

Schon im Februar ist darauf hingewiesen worden. Aber wir stellen fest, dass es mit der Online-Registrierung hapert. Und da möchten wir die Verbraucher darauf hinweisen, dass es auch ganz einfach geht, indem man persönlich in einer Filiale seines Anbieters erscheint und sich dort registrieren lässt. Im Grunde genommen sind das der Name und der Vorname, dann die Adresse, wo ich meinen Wohnsitz habe und die Nationalregisternummer. Diese Daten befinden sich ja auch alle auf dem Personalausweis.

Schwierigkeiten treten hin und wieder mit einem Kartenlesegerät für den Personalausweis auf. Das betrifft aber nur eine Minderheit. Um sich auf diesem Wege registrieren zu lassen, benötigt man ein Kartenlesegerät für den Personalausweis und einen PIN-Code. Und hierbei kommt es schon mal zu technischen Problemen.

Du kannst ja auch deine Prepaid-Karte online aufladen und da hast du dann die Möglichkeit, dich automatisch registrieren zu lassen. Das geht bei den meisten großen Anbieter wie Proximus, Orange und Base recht unproblematisch und dies wird auch recht viel genutzt.

Wichtig ist aber vor allen Dingen zu betonen, dass diese Registrierung absolut gratis ist. Denn Test-Achats hat beispielsweise festgestellt, dass es Anbieter gibt, die für die Registrierung der Daten bis zu 10 Euro fragen, was ja völlig inakzeptabel und falsch ist. Wie zum Beispiel der Anbieter Lycamobile fragt zwischen 5 und 10 Euro. Und das darf der gar nicht.

Was geschieht mit den Daten?

Das ist eine gute Frage. Ich muss ehrlich sagen, die Sache ist für mich gar nicht klar. Auf der einen Seite steht im Gesetz geschrieben, dass diese Daten nicht weiter gereicht werden dürfen. Und im gleichen Atemzug verweist man auf ein anderes Gesetz, wo genau diese Daten zu kommerziellen Zwecken verwendet werden können. Dieses Thema wird uns also noch eine ganze Weile beschäftigen.

Vorsicht vor Betrügereien

Man sollte im Umgang mit seinen persönlichen Daten sehr vorsichtig sein. Das Problem ist, dass es auch hier wieder zu Betrügereien kommen kann. Indem sich zum Beispiel an der Haustüre oder per Telefon eine Person meldet, die sich dann als angeblicher Mitarbeiter eines Telefonanbieters ausgibt und nach persönlichen Daten verlangt. Oder aber man bekommt eine SMS zugeschickt, mit der Aufforderung seinen PIN-Code für die Registrierung weiter zu geben. Also hier gibt es viele Betrugsmöglichkeiten.

Wir von der Verbraucherschutzzentrale sagen ganz klar: Man sollte auf keinen Fall seine persönlichen Daten weiter geben, wenn man nicht sicher ist, dass der Ansprechpartner auch wirklich der gewünschte Ansprechpartner ist. Und hier in diesem Fall der Prepaid-Karten einfach seinen Anbieter kontaktieren und nachfragen.

Weitere Infos finden Sie auch im Netz unter vsz.be.

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale, Foto: Jonas Hamers/Belga

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