Verbrauchertipp: Fahrradhelm

30 bis 50 Prozent aller Fahrradunfälle in Belgien führen zu einer Verletzung am Kopf. Wie wichtig ein Fahrradhelm ist und was man beim Kauf beachten muss, darüber informiert Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien.

BRF-Programmchef Olivier Krickel trägt Helm (BRF-Archivbild, Ravel Moresnet 2016)

Wer Köpfchen hat, trägt Helm!

Wie häufig sind Kopfverletzungen im Straßenverkehr? In Belgien sind das mehrere tausend pro Jahr. Die jüngsten Zahlen vom Statistischen Institut IBSR sprechen eine deutliche Sprache: 2016 verunglückten knapp 10.000 Fahrradfahrer auf Belgiens Straßen. Und hier sind nur die schwersten Fälle aufgenommen worden. Viele dieser Fälle tragen Kopfverletzungen davon.

Eine jüngste Studie sagt ganz klar: Die Zahl von schweren Unfallopfern mit dem Fahrrad würde um die Hälfte verringert werden, wenn die Fahrradfahrer einen Helm getragen hätten.

Was zählt bei einem Fahrradhelm?

Der wichtigste Aspekt ist die Stoßdämpfung. Das heißt im Falle eines Unfalls ist dieser Helm die einzige Knautschzone, die ich habe, wenn ich mit dem Kopf auf die Bordsteinkante falle oder auf die Straße. Und somit kann der Helm mich vor den schlimmsten Kopfverletzungen schützen.

Erfreulich ist, dass die meisten Hersteller von Helmen in den letzten Jahren nachgebessert haben, vor allem was die Schläfenpartie anbetrifft. Diese war in der Vergangenheit eher stiefmütterlich behandelt worden.

Worauf ist beim Kauf eines Fahrradhelms zu achten?

Im Prinzip gibt es ein paar einfache Grundregeln:

  • Zunächst muss der Helm passen, ohne zu drücken und zu wackeln…
  • Und er muss gut und leicht einzustellen sein.
  • Zum anderen muss der Helm die Stirn, die Schläfen und den Hinterkopf sicher abdecken können. Vor allem die Schläfen sind auch wichtig.
  • Er sollte die Sicherheitsnormen erfüllen, vor allem was die Stoßdämpfung anbetrifft.
  • Und speziell bei Kinderhelmen sind Insektennetze in den Lüftungsschlitzen besonders wichtig. Sie verhindern nämlich, dass Insekten eindringen und Kinder dann zu unkontrollierten Reaktionen verleiten.
  • Und zum Schluss noch ein ganz wichtiger Punkt nicht nur für Kinder und Jugendliche: Der Helm muss natürlich auch gefallen.

Helm anprobieren

Es macht wenig Sinn, sich einen Helm schenken zu lassen, von wem auch immer. Denn dafür ist das Risiko zu groß, dass der Helm nicht passt. Also wenn ich einen neuen Fahrradhelm kaufe, sollte ich auf jeden Fall eine Anprobe machen. Der Helm muss einfach passen, es gibt zwar so genannte Polster, die man dann in dem Helm befestigt, aber diese Pads sind nur für Feinkorrekturen gedacht und keinesfalls für einen Helm zum “Reinwachsen”. Die Gefahr ist nämlich, dass bei einem Sturz der Fahhrradhelm verrutschen kann.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Kinnriemen. Denn der sollte optimal sitzen. Ein Helm, der zu locker sitzt, ist ebenfalls gefährlich. Denn dann kann der Helm plötzlich vor’s Gesicht schlagen oder bei einem Flug über die Lenkstange nach hinten rutschen. Und dann hat man ihn nicht da, wo er eigentlich sein sollte.

Also die Riemen sollten ein Dreieck um die beiden Ohren und das Kinn bilden. Ist der Riemen geschlossen, muss ein Finger noch unter’s Kinn passen.

Was darf oder muss ein guter Helm denn kosten?

Stiftung Warentest hat in der Ausgabe vom Monat Mai Fahrradhelme getestet und unter den Spitzenreitern findet man schon gute Helme ab 55 Euro, die meisten kosten so um die 90 Euro. Also man muss nicht unbedingt 150 Euro für einen guten Fahrradhelm ausgeben.

Helm nach Unfall

Wenn der Helm bei einem Unfall etwas abbekommen hat, dann darf er auf keinen Fall weitergetragen werden. An dem Helm könnten kleinste Risse entstanden sein, die man mit dem bloßen Auge gar nicht sieht. Also so genannte Haarrisse. Und wenn man diesen Helm wieder benutzt und es zu einem erneuten Unfall kommt, kann es passieren, dass die Stoßdämpfung von diesem Helm kaum noch etwas wert ist.

Deshalb am besten einen neuen Fahrradhelm kaufen.

Weitere Infos zum Thema finden Sie auch im Netz unter vsz.be.

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale, Foto BRF

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