Verbrauchertipp: Weichspüler

Wie umweltverträglich sind Weichspüler und welche Alternativen gibt es? Der Verbrauchertipp mit Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien.

Die Wäsche riecht nach frischen Tannennadeln oder Lemongras und fühlt sich flauschig weich an.Die Weichspüler sind fast so alt wie die Waschmaschine, als die Wäsche mit der Maschine gewaschen und überwiegend in der Wohnung getrocknet wurde.

Die Wirkung eines Weichspülers

Ein Weichspüler hilft schon mal nicht beim Waschen, sondern er verhindert lediglich, dass sich Kalk aus dem Waschwasser auf der Faser ablagert und sie aufplustert. Und genau das sorgt für das beliebte „Kuschelgefühl“.

Weichspüler wirken wie ein Magnet: Sie heften sich an jede einzelne Faser, glätten sie und die Textilien wirken weich und angenehm auf der Haut. Beim Weichspüler geht es vor allen Dingen darum, den Effekt der Trockenstarre zu unterbinden. Sie sollen ganz einfach vermeiden, dass sich die Wäsche nach dem Waschen in der Maschine und anschließendem Trocknen hart anfühlt.

Die aktive Rolle dabei spielt dabei eine bestimmte Seifenart. In der Fachsprache nennt man diese: kationische Tenside. Sie haben zum Zweck, dass sich die Wäsche nicht elektronisch auflädt.

Kationische Tenside

Tenside sind waschaktive Substanzen, wie sie in jeder Seife zu finden sind. Es gibt insgesamt vier verschiedene größere Klassen, darunter auch die so genannten kationischen Tenside. Die haben zwar keine so gute Reinigungswirkung, was bei einem Weichspüler auch keine Rolle spielt. Sie haften an der Wäsche und verhindern so, dass sich die Wäsche  elektrostatisch auflädt. Das ist so im Großen und Ganzen, warum diese Form der Tenside sich in Weichspülern befindet.

Umweltverträglichkeit

Früher wurde diese Waschsubstanzen aus Erdöl gewonnen und waren alles andere als umweltfreundlich und sehr schlecht abbaubar. Vor allem wurde der Klärschlamm extrem belastet, Wasserlebewesen wurden zerstört und sie waren auch nicht so ganz gut für die Haut. Ganz zu schweigen vom Allergiepotential, dass diese Weichspüler damals besaßen.

Inzwischen wird diese problematische Generation von Tensiden fast vollständig durch eine Neuentwicklung ersetzt, den so genannten Esterquads. Das sind Substanzen, die aus Tier- oder Pflanzenfetten gewonnen werden, und die nicht so schädlich sind für die Umwelt wie früher.

Aber wir sollten mit dem Märchen aufhören, dass, wenn auf dem Etikett steht: „biologisch abbaubar“, das denn auch gut für die Umwelt sei. Denn alle Wasch- und Reinigungsmittel, auch die neue Generation von Weichspüler, belasten in irgendeiner Form die Umwelt. Die einen mehr, die anderen weniger. Deshalb sollte so sparsam  wie möglich dosiert werden.

Allergien

Das Problem ist, dass fast alle Weichspüler mit Duftstoffen angereichert sind. Und wenn dann auf der Verpackung „Parfum“, „Fragrance“, „Aroma“ oder „Flavour“ drauf steht, das ist das in gewissen Fällen keine große Hilfe. Die Zusammensetzung und die Gehalte der Einzelbestandteile werden nicht deklariert.

Allerdings gibt es eine Ausnahme: Und zwar sind es jene 26 Duftstoffe, die durch ein hohes Allergiepotential auffallen. Die müssen dann mit ihrem Namen auf der Produktverpackung einzeln genannt werden. Die Kosmetikrichtlinie schreibt eine Deklarationspflicht vor, wenn die Konzentration der bedenklichen Duftstoffe in Produkten, die nicht auf der Haut verbleiben (z.B. Duschgele, Shampoos oder auch Weichspüler) mehr als 0,01 Prozent beträgt.

Der beste Schutz ist allerdings gar keinen Weichspüler zu benutzen.

Nachteile

Bei Funktionskleidung ist es so, dass diese in der Regel aus Synthetik sind. Da kann es passieren, dass Weichspüler die Oberfläche der Kleidung quasi verschließen, so dass der typische Atmungseffekt aufgehoben wird. Dieser Fettfilm-Effekt kann auch bei Handtüchern auftreten, die dann gar keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen.

Ein anderes Problem ist, wenn Wäsche, die mit Weichspüler behandelt worden ist, dann in den Trockner landet. Hier können sich Substanzen des Weichspülers beim Trocknungsprozess in der Trocknertrommel einbrennen. Durch den eingebrannten Belag auf den Sensoren kann es dann passieren, dass der Trockner nicht mehr erkennen kann, wie feucht oder wie trocken die Wäsche nun in der Trommel ist.

Alternativen

Also wenn jemand nicht so viel Wert auf den typischen Frühlingsduft bei der Wäsche legt, dann gibt es durchaus Alternativen. Da gibt es zum einen den einfachen Haushaltessig, der sich problemlos verwenden lässt. Eine andere Alternative ist Tonerde oder Zitronensäure, die auch als guter Kalklöser für weichere Wäsche in Frage kommen.

Oder Kautschukkugeln, die walken die Wäsche in der Trommel durch und verhindern so, dass sich ein Kalkfilm auf der Faser niederschlägt. Wichtig ist hier, die Maschine mit Wäsche nicht zu voll zu packen, sonst haben die Kugeln nicht genügend Spielraum. Auch so genannte Waschnüsse können durch ihre natürlichen Öle die Wäsche angenehm weich machen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Umweltverträglichkeit von Weichspülern sich in den letzten Jahren erheblich verbessert hat, aber wenn man ganz auf Weichspüler verzichtet, dann ist das natürlich noch am besten.

Weiter Infos finden Sie auch im Netz auf vsz.be

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale, Foto: BRF

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