Verbrauchertipp: Roaming-Fallen

Seit dem 15. Juni 2017 gibt es innerhalb der Europäischen Union keine Roaminggebühren mehr. Und doch gibt es noch immer Roaminggebühren, wenn man nicht aufpasst. Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale mit den Infos.

Verbraucherschutz Roaming (Illustrationsbild: Lionel Bonaventure, AFP)

Verbraucherschutz Roaming (Illustrationsbild: Lionel Bonaventure, AFP)

Roaming kommt aus dem englischen Sprachgebrauch und bedeutet soviel wie herumwandern. Roaming ist, wenn man sein Smartphone, Handy oder auch das Tablet im Ausland nutzt, d.h. telefoniert, Textnachrichten versendet oder das Internet nutzt. Und je nachdem wo ich mich befinde, kann der heimische Mobilfunkanbieter zusätzliche Kosten verlangen. Die bezeichnet man dann mit Roaminggebühren.

Warum noch Roaming-Gebühren?

Das kann mehrere Ursachen haben. Die bekannteste ist beispielsweise, EU ist nicht gleich Europa. Wenn ich zum Beispiel mit dem Wagen von Eupen nach Italien fahren möchte und mein Weg führt durch die Schweiz, dann muss ich auf jeden Fall die mobile Datenverbindung deaktivieren, da sonst durch den Empfang von E-Mails oder WhatsApp-Nachrichten Kosten anfallen können… und das nicht zu knapp.

Mit anderen Worten: Die Regelung „Roaming zu Inlandspreisen“ gilt nur für EU-Mitgliedsländer sowie für Island, Liechtenstein und Norwegen. Aber beispielsweise nicht für die Schweiz, Monaco, Andorra und den Vatikan.

Versteckte Roamingfallen für Grenzgänger

Was so mancher Verbraucher nicht weiß ist, dass es diese Regelung für das Roaming zu Inlandspreisen nicht gibt, wenn ich von Belgien aus eine beliebige Nummer im Ausland anrufe oder eine SMS verschicke. Die Preise für solche Anrufe und SMS-Verbindungen sind nicht reguliert und können recht hoch sein.

Ein anderes Problem ist, wenn ich zum Beispiel mein Handy ständig im Ausland nutze, das betrifft hier vor allen Dingen viele Grenzgänger, dann kann mein Mobilfunkanbieter mir zusätzliche Roaminggebühren auferlegen. Das gibt es zwar eine Obergrenze, aber das läppert sich dann mit der Zeit.

Vermeiden von Roamingfallen

Was viele mittlerweile machen ist, sich für einen Mobilfunkanbieter zu entscheiden, wo man seine Arbeitsstelle hat, in dem Fall im Ausland, wenn man denn auf sein Handy oder Smartphone für die Arbeit angewiesen ist. Also dann hat man praktisch eine SIM-Karte aus dem Land, wo man arbeitet.

Es gibt auch Nutzer, die dann ganz einfach zwei Mobilfunktelefone haben. Oder andere loggen sich im Ausland auf ihrem Arbeitsplatz über Wifi ein und können somit zu kostengünstigen Preisen telefonieren, surfen und simsen. Also das ist das gleiche, was man ja auch im Urlaub macht.

Achtung bei Telefonieren im Ausland

Das hängt zum Beispiel davon ab, wohin die Reise geht. Falls die Reise ins griechische Mittelmeer geht, wie zum Beispiel auf Lesbos, kann es sein, dass dein Mobilfunkanbieter vor Ort türkischer Herkunft ist, weil Lesbos in unmittelbarer Nähe zur Türkei liegt und dann greift die günstige Roaming-Regelung nicht.

Das gleiche kann aber auch auf einer Mittelmeerkreuzfahrt passieren. Es gibt Fälle, wo eine betroffene Person ihre mobile Datenverbindung nicht abgeschaltet hat und somit ständig im Netz war. Und zuhause wartete dann eine Rechnung in Höhe von mehr als 500 Euro an zusätzlichen Roaminggebühren.

Fazit

Grundsätzlich gilt die Roaming-Regelung nur in EU-Mitgliedsländern. Und bei Flugreisen würde ich persönlich generell die mobile Datenverbindung abschalten, um nicht böse überrascht zu werden. Und nicht zu vergessen, jede SMS, jeder Telefonanruf und jedes Surfen im Netz vergeudet Energie. Das sollte man auch beachten.

Weitere Infos gibt es auf vsz.be

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien

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