Verbrauchertipp: Achtung Geldfallen

Geldfallen drohen nicht nur im Internet und beim Online-Shopping, sondern auch im gewöhnlichen Alltag. So hat die Verbraucherschutzzentrale immer wieder mit Kunden zu tun, die eine Anzahlung geleistet haben, das Produkt oder die Dienstleistung dann aber nicht geliefert worden ist. Bernd Lorch erinnert darn, worauf bei Angebot und Anzahlung zu achten ist.

Archivbild Batibouw 2014 (Foto: Benoit Doppagne, BELGA)

Batibouw 2014 (Foto: Benoit Doppagne, BELGA)

Worauf bei einem Angebot achten?

In der Regel ist es so, dass bei größeren Arbeiten oder Dienstleistungen ein Angebot angefragt wird. Also wenn ich zum Beispiel neue Fenster für mein Haus bestellen möchte, dann ist es wichtig, mehrere Angebote anzufragen. Wichtig ist vor allem eins: Dem Anbieter genau zu sagen, was man möchte. Das heißt, alle Wünsche und Eigenschaften explizit auflisten und falls nötig auch einen Zeit und Budgetrahmen angeben. Denn je präziser die Informationen sind, desto besser und präziser sollte auch das Angebot werden.

Das beste Angebot

Viele Verbraucher haben zunächst mal den Preis im Blick, was ja auch verständlich ist. Allerdings sollte man hellhörig werden, wenn ein Anbieter viel billiger als alle anderen ist. Es kann ja sein, dass der Anbieter schlechte Qualität verkaufen will oder kurz vor der Pleite steht und versucht, den Auftrag um jeden Preis zu bekommen.

Aber man sollte sich selbst ein paar konkrete Fragen stellen: wie zum Beispiel:

  • Entspricht das Angebot überhaupt meinen Anforderungen und Informationen?
  • Macht der Anbieter und das Angebot auf mich einen seriösen Eindruck?
  • Gibt es Referenzen über den Anbieter. Sich ganz einfach mal über den Anbieter umhören…
  • Kümmert sich der Anbieter um mich? Will er mich als Kunden gewinnen? Usw.

Worauf achten bei einer Anzahlung?

Es gibt kein belgisches Gesetz, dass zu einer Anzahlung verpflichtet. In der Regel ist es aber so, dass ein Anbieter eine Anzahlung verlangen kann. Das hängt aber auch davon ab, worum es sich handelt.

Wenn ich eine Reise buche, dann sind Anzahlungen bis 30 Prozent üblich. In der Möbelbranche sind es meist zwischen 10 und 30 Prozent, bei einem Auto liegt die Anzahlung zwischen 10 und 20 Prozent und bei einem Haus bei 10 Prozent. Wenn aber jemand 50 oder sogar 80 Prozent verlangt, dann könnte an der Sache etwas faul sein. Nämlich dass die Firma finanzielle Probleme hat.

Das Wichtigste sind die allgemeinen Geschäftsbedingungen. Also das Kleingedruckte. Die müssen zuerst mal gut durchgelesen werden, bevor ich den Bestellschein unterschreibe. Auch sollte ich darauf achten, dass der Bestellschein alle Angaben wieder gibt: Also nicht nur die Artikelnummer und den Preis, sondern auch gewisse Informationen über die Firma, wie zum Beispiel Kontodaten, Mehrwertsteuernummer, Handelsregisternummer, Datum und Frist der Lieferung, usw. Also das sind ganz wichtige Angaben, die auf einem Bestellschein nicht fehlen dürfen

Vom Kauf zurücktreten

Es ist wichtig, die allgemeinen Geschäftsbedingungen zu lesen. Denn dort findet man in der Regel auch etwas, wenn man von seinem Kauf zurücktreten möchte. Rücktrittsfristen gelten nur unter gewissen Bedingungen. Wenn ich zum Beispiel ein Sofa in einem Möbelhaus gekauft habe, also einen Kaufvertrag innerhalb der Geschäftsräume abgeschlossen habe, dann kann ich nicht von meinem Kauf zurücktreten. Habe ich aber das Sofa über Internet, via online eingekauft, dann kann ich innerhalb von sieben Werktagen von meinem Kauf zurücktreten.

Wenn ich Fenster bestellt habe und die kommen einfach nicht. Dann kann ich dem Lieferanten per Einschreiben einen Brief schicken und ihn auffordern, beispielsweise in den nächsten dre Wochen zu liefern. Reagiert er nicht und lässt diese Frist verstreichen, kann ich natürlich erstens vom Kauf zurücktreten und die Anzahlung zurückfordern.

Und wenn das nicht klappt, Anzeige bei der Polizei einreichen.

Weitere Infos finden Sie auch im Netz unter vsz.be.

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale

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