Verbrauchertipp: Im Winter hat der Schimmelpilz Hochsaison

Mal abgesehen davon, dass Schimmel in einer Mietwohnung immer wieder zu Konflikten mit dem Vermieter führen kann, Schimmel ist auch ungesund. Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale geht der Frage nach, wie man sich am besten davor schützt.

Schimmelpilz

Wir haben derzeit in der Verbraucherschutzzentrale in Eupen eine ganze Reihe von Klagen über Schimmelpilze in der Wohnung und greifen deshalb dieses Thema noch Mal auf.

Wer ist schuld?

Die meisten Vermieter haben den Schuldigen oft schnell gefunden: In ihren Augen ist das der Mieter. Die Vorwürfen reichen dann von „er habe nicht genug gelüftet“ bis hin „dass die Möbel zu nahe an der Wand“ stehen.

Das kann auch manchmal effektiv der Fall sein, aber es kann auch andere Ursachen haben: mangelhafte Bausubstanz, Fehler bei Sanierungsarbeiten oder ein Wasserschaden. Also das ist eine ganz heikle Angelegenheit.

Was tun?

Also das erste ist, den Vermieter sofort darüber informieren und mit ihm gemeinsam nach Lösungen suchen.Es macht wenig Sinn da schon einen Rechtsstreit vom Zaun zu brechen. Wenn es sich um ein größeres Schimmelproblem handelt, dann ist es am besten, mit Hilfe eines Sachverständigen eine gemeinsame Lösung zu finden.

Die Verbraucherschutzzentrale bietet aber auch eine Mediation an, das ist ein guter und sinnvoller Weg, um Meinungsverschiedenheiten, Streitigkeiten oder Konflikte auf bessere Art zu lösen, als jetzt direkt vors Gericht zu ziehen.

Wo entsteht Schimmel?

Schimmel wächst immer da, wo genügend Feuchtigkeit ist: Was ganz typisch ist, das sind zum Beispiel Fensterleibungen, Silikonfugen im Bad, die Ecken an Außenwänden, die Wand hinter den Möbeln im Schlafzimmer und im Keller.

Und wenn dann auch noch zu wenig gelüftet und falsch geheizt wird, dann hat Schimmel vor allen in den kälteren Monaten leichtes Spiel.

Aber oft sind es auch die Lebensumstände: Eine vierköpfige Familie produziert täglich durch Kochen, Waschen und Atmung 10 bis 12 Liter Wasser. Und muss auch entsprechend gelüftet werden.

Wie wichtig ist Lüften?

Richtiges Lüften ist schon mal sehr wichtig, auch in den Wintermonaten. Vermeiden sollte man Dauerlüften, wie zum Beispiel das Fenster über Stunden in Kipp-Stellung stehen zu lassen. Wichtig ist auch, dass man nach dem Duschen oder Baden sofort lüftet, genauso nach dem Kochen, weil sich hier ja größere Mengen an Wasserdampf bilden können.

Aber auch richtiges Heizen ist wichtig, denn die Wohnräume sollten nicht unter 14 Grad auskühlen.

Wie gefährlich sind Schimmelpilze?

Normalerweise wird unser Immunsystem relativ gut mit Schimmelpilzsporen fertig. Das jedenfalls sagen die Experten. Aber wenn das nicht so ist und unser Immunsystem geschwächt ist, dann  können unter bestimmten Umständen gesundheitliche Probleme auftreten: Zum einen Atemwegsbeschwerden und zum anderen können allergische Reaktionen auftreten.

Verharmlosen sollte man das also auf keinen Fall: Schimmelpilze können auf den Menschen giftig wirken und zu Allergien oder Infektionen führen.

Womit bekämpfen?

Also wenn es sich um kleine Schimmelpilzflecken handelt raten Experten dazu, hochprozentigen Alkohol zu nehmen, den man in jeder Apotheke bekommt. Man sollte den Alkohol zirka 30 Minuten auf die Schimmelpilzflecken einwirken lassen und dann mit einem Tuch abwischen. Keine so gute Idee soll Essig sein, da Essigsäure den Schimmelpilzen zusätzlich Nahrung liefert.

Größere Schimmelpilzschäden sollte man unbedingt einem Fachunternehmen oder Baubiologen überlassen. Denn nur Fachleute kennen die Techniken, kennen die möglichen Gefahren und sind mit den nötigen Schutzmaßnahmen betraut. Und zusätzlich können die Experten auch Ratschläge geben, wie ich denn entsprechende Sanierungsmaßnahmen durchführen kann.

Mehr Infos gibt es auch im Netz unter vsz.be

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale, Foto: BRF

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