Jazztime: Loz Speyer sorgt für die erste Überraschung des Jahres

Auch das gibt es noch! Die Gruppe Inner Space des Trompeters Loz Speyer spielt schon seit 2003 zusammen, hat aber erst jetzt eine CD veröffentlicht. Werner Barth stellt das ausgereifte Album vor.

Loz Speyer

Die CD „Life on the Edge“ ist eine von fünf neuen CDs in dieser Sendung. Eines haben die Neuvorstellungen gemeinsam: Saxophonisten spielen in den jeweiligen Gruppen eine wichtige Rolle. Im Quintett von Loz Speyer ist es
Chris Biscoe, bekannt als Mitglied der Orchester von Mike Westbrook und Chris McGregor. In der Band „Loz Speyer’s Inner Space“ bewegt er sich in einem Spektrum zwischen dem Art Ensemble of Chicago und der Brotherhood
of Breath des Südafrikaners Chris McGregor, der den britischen Jazz in den 60er und 70er Jahren so entscheidend geprägt hat.

Unser nächster Saxophonist ist David Murray. Heute ein Amerikaner in Paris und erneut Duo-Partner von Aki Takase, einer Japanerin in Berlin. Und das seit 30 Jahren. 1993 nahmen die beiden ihre erste gemeinsame Duo-Platte auf, mit einigen Stücken von Thelonious Monk. Die Platte hieß denn auch „Blue Monk“. Auf ihrer neuen CD „Cherry-Sakura“ ist noch ein Stück von Monk dabei, das weniger bekannte und ironische „Let’s cool one“.

Der Flame Robin Verheyen hat seinen Wohnsitz seit einigen Jahren in New York City, doch er ist natürlich – wie die meisten Jazzmusiker unter 40 – international vernetzt und aktiv. So ist Verheyen u.a. Teil eines Trios der Finnen Ari Rissanen und Markku Ounaskari. Die CD „Songs for Solstice“ wurde auf einer Tournee durch Finnland im Jahr 2015 mitgeschnitten. Kein Post-Bop hier, wie vom virtuosen Verheyen gewohnt. Er wagt sich in freie Gefilde vor, ermuntert von seinen finnischen Mitstreitern im Trio Aleatoric. Dass das Projekt Verheyen am Herzen liegt, erkennt man an den vier Kompositionen, die er beisteuert. Die Hälfte aller Stücke auf dieser CD.

Der Saxophonist Norbert Stein kommt aus Köln. Er geht seinen eigenen Weg seit 1986, als er sein Label „Pata Music“ gründete, auf dem er bis heute 23 Alben veröffentlicht hat. Eigen heißt auch eigenwillig: Seine neue CD „Friends and Dragons“ ist nur 20 Minuten lang. Nicht länger als früher die Seite einer Langspielplatte. Vier Stücke sind auf dieser Mini-CD, wie aus einem Guss. Deshalb wollte Norbert Stein auch nichts mehr hinzufügen, nicht den homogenen Eindruck mit anderen Stücken verwässern.

Wir bleiben in Deutschland: Unser letzter Saxophonist ist halb so alt wie Norbert Stein. Der 30-jährige Markus Harms hat Anfang des Monats seine erste CD als Solist veröffentlicht. In seinem Alter hatte Norbert Stein vielleicht Ornette Coleman als Vorbild. Markus Harms schwärmt für Joe Lovano. Dem hat er auch ein Stück auf seiner CD „Dig it“ mit dem MHQ (Markus Harms Quartett) gewidmet.

Long Road
(Loz Speyer)
Loz Speyer
LEO RECORDS

Unfold Enfold
(Loz Speyer)
Loz Speyer
LEO RECORDS

Let’s Cool One
(Thelonious Monk)
Thelonious Monk
INTAKT RECORDS

A Long March to Freedom
(David Murray)
David Murray
INTAKT RECORDS

Insomnia
(Robin Verheyen)
Aki Rissanen/Robin Verheyen/Markku Ounaskari
ECLIPSE MUSIC

Hibernal Solstice
(Aki Rissanen/Robin Verheyen/ Markku Ounaskari)
Aki Rissanen/Robin Verheyen/Markku Ounaskari
ECLIPSE MUSIC

Friends and Dragons
(Norbert Stein)
Norbert Stein/Pata Messengers
PATA MUSIC

Information from the birds
(Norbert Stein)
Norbert Stein/Pata Messengers
PATA MUSIC

Spirit Tipe (for Joe Lovano)
(Markus Harm)
Markus Harm Quartet
ROSENAU RECORDS

505
(Markus Harm)
Markus Harm Quartet
ROSENAU RECORDS

Werner Barth - Bild: Leo Records

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