Klick sicher: Betrug bei Geldtransfer

Dieser Beitrag richtet sich vor allen Dingen an kleinere und mittlere Unternehmen in unserer Gegend. Die Föderale Kriminalpolizei Eupen hat mehrere Betrugsfälle zu vermelden und möchte die Unternehmensleitungen vor dieser neuen Betrugsmasche warnen.

In unserem digitalen Zeitalter werden die meisten Geschäftsrechnungen inzwischen per Mail verschickt; vor allen Dingen bei ausländischen Geschäftspartnern. Die Vorteile liegen auf der Hand. Was ist aber, wenn einer der Geschäftspartner seine Kontodaten oder seine E-Mail ändert? Niemand würde Verdacht schöpfen und der Geschäftspartner würde die Daten in seinem Verzeichnis anpassen. Vor allen Dingen, wenn der Name des Absenders in der Mail unverändert bleibt. Der Empfänger ahnt nicht, dass die Mail gar nicht von seinem ausländischen Geschäftspartner stammt.

Wie gehen die Betrüger vor?

Mit abgeänderten Kontaktdaten und Bankkonten können die Betrüger Geldtransfers gezielt manipulieren und das Geld auf ein von ihnen kontrolliertes Konto fließen lassen. Es handelt sich oft um eine Mischung aus Hacking und Betrug. In den meisten Fällen ist einer der PCs der beiden Geschäftspartner durch einen Trojaner infiziert. Die Malware meldet sich bei seinem „Schöpfer“. Der Hacker stellt fest, dass es sich um den PC eines Unternehmens handelt und dass mit ihm zahlreiche kommerzielle Korrespondenz verschickt wird.

Die Betrüger engagieren sogenannten Strohmänner, die für ein paar hundert Euro ihr Bankkonto zur Verfügung stellen. Diese wissen meist nichts von den betrügerischen Machenschaften ihrer Auftraggeber und sind leicht zu manipulieren. Sie werden aufgefordert das eingetroffene Geld abzuheben, aufzuteilen und an mehrere Personen via Western Union oder ähnlichen Zahlungssystemen zu überweisen.

Seit wann sind diese Fälle aufgetreten?

Seit Mitte 2014 wurden der Föderalen Kriminalpolizei die ersten Fälle gemeldet. Dabei ging es sich um nicht unerhebliche Summen. Die Zahl der Fälle hat sich erhöht und wir können mittlerweile von einem Phänomen reden. Das Geld wird nach England und Spanien überwiesen, aber auch Konten in Belgien selbst werden genutzt.

Wie können sich die Unternehmer vor diesem Betrug schützen?

Als Unternehmer sollte man sehr aufmerksam sein und genau prüfen, an wen welche Summen gezahlt werden und Zahlungsbelege genau kontrollieren. Bei Unregelmäßigkeiten ist umgehend zu reagieren. Es ist zu empfehlen, mit seinen Geschäftspartnern Vorsichtsmaßnahmen abzusprechen. So sollte man zum Beispiel Änderungen der E-Mail Adresse und der Kontodaten noch zusätzlich telefonisch bestätigen. Außerdem ist es ratsam, den E-Mail Verkehr zu verschlüsseln. Nur so kann man garantieren, dass die E-Mails nicht in falsche Hände geraten. Der installierte Virenscanner und die Sicherheitsupdates sollten auf den neuesten Stand sein. Zusätzlich sollte der PC, auf dem die geschäftliche Korrespondenz verfasst und verschickt wird, regelmäßig auf Malware geprüft werden.

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Danny Loos, Föderale Kriminalpolizei Eupen

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