Verbrauchertipp: Frühjahrsputz

In den nächsten Wochen vor Ostern wird gescheuert und gewienert, was der Putzlappen aushält! Saubermann Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale empfiehlt, auf chemische Keulen zu verzichten.

Welcher Haushaltsreiniger ist der richtige?

Welcher Haushaltsreiniger ist der richtige?

Die ersten Krokussen und auch Narzissen wagen sich zaghaft aus der Erde, morgens singen die Vögel und das Tageslicht offenbart es ganz schonungslos: eine ganze Armada an Wollmäusen unterm Bett, den Staub der Jahrhunderte auf dem Bücherregal und ganz besonders schlimm: Schlieren auf den Fensterscheiben.

Gesund und sauber, nicht keimfrei

So genannte Desinfektionsmittel sind was für Krankenhäuser oder für Großküchen, aber nicht für den normalen Haushalt. Wenn ich ein Desinfektionsmittel einsetzte, dann nehme ich so richtig die chemische Keule hervor! Mal abgesehen davon, dass Desinfektionsmittel allergische Reaktionen hervorrufen können, vernichten Desinfektionsmittel auch harmlose Keime und das hat Folgen für unser Immunsystem.

Je keimfreier die Umwelt ist, umso weniger sind wir an die Abwehr von Keimen gewöhnt. Ein weiteres Problem ist: Desinfektionsmittel belasten sehr stark die Umwelt und sind nur schwer biologisch abbaubar.

Es gibt aber auch Ausnahmen, und zwar sollte beispielsweise ein Familienmitglied eine ernsthafte ansteckende Krankheit haben, dann kann ein Desinfektionsmittel durchaus eingesetzt werden.

Hände waschen

Wenn man allgemeine Hygienevorschriften beachtet, dann lässt sich ja schon eine Vielzahl an Übertragungswegen von Keimen reduzieren. Hände mit Seife waschen ist eine der wichtigsten Hygieneregeln überhaupt. Selbstverständlich sollte man nach einem Toilettengang die Hände waschen, aber auch vor und nach dem Kochen. Denn die meisten Keime werden mit den Händen übertragen.

Hygiene beim Kochen

Eine andere Sache ist das Kochen selbst: Hier sollten alle Arbeitsflächen und das Kochgeschirr gut abgewaschen werden. Holzbretter heiß abspülen, abbürsten und gut trocknen lassen. Dann sollten Spül- und Wischtücher bei mindestens 60°Celsius gewaschen werden. Aber Hausfrauen brauche ich das jetzt nicht wirklich groß und breit zu erklären, die wissen ja am besten, wie man so etwas macht.

Putz-Quartett

Für das Putzen gilt: So viel wie nötig und so wenig wie möglich. Frau oder Mann sollte auf jeden Fall mit den Putzmitteln sparsam umgehen. Ich brauche auch nicht für jeden Schmutz oder jede Oberfläche ein spezielles Putzmittel. Eine Grundausstattung reicht da völlig aus.

Reinigungsexperten reden fast immer vom so genannten Putz-Quartett:

  • Das heißt, ein Allzweckreiniger, beispielsweise für Fliesen, Arbeitsflächen und die meisten Fußböden, …
  • Dann eine Scheuermilch oder Scheuerpulver für hartnäckige Verschmutzungen
  • Drittens… ein Handspülmittel für leichten Schmutz und für Fenster.
  • Und zu guter letzt für Kalkverschmutzungen: Zitronensäure oder Essig.

Das sind so die vier hauptamtlichen Putzhilfen, würde ich mal sagen.

Frühjahrsputz = Fitness

Ein Frühjahrsputz ohne Chemiekeule fördert die Fitness. Die Verbraucherinitiative in Deutschland hat ausgerechnet, dass ein Mensch mit 70 Kilogramm Körpergewicht beim Fensterputzen in 15 Minuten schon 83 Kilokalorien verbraucht.

Beim Staub wischen verbrennen Putzwütige in einer Viertelstunde 37 Kilokalorien, beim Schrubben der Badfliesen sind es schon 74 Kilokalorien. Also da spart Mann oder Frau sich sogar den einen oder anderen Gang ins Fitnessstudio.

Mehr zum Thema „Frühjahrsputz“ gibt es auf der Website der Verbraucherschutzzentrale vsz.be.

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale, Foto BRF

Kommentar hinterlassen
Keine Kommentare
Kommentar hinterlassen

Ihre Email-Adresse wird niemals veröffentlicht!
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien zu Kommentaren.

Restl. Anzahl Wörter: 150