Klick sicher: Gefälschte Verkehrsbußgelder

Seit einiger Zeit sind mysteriöse E-Mails im Umlauf, die angeblich von der Föderalen Polizei stammen. Dort wird die Zahlung eines Bußgeldes für eine Geschwindigkeitsübertretung gefordert. Dabei handelt es sich eindeutig um Betrug. Danny Loos von der RCCU erklärt, in welcher Form korrekte Bußgeldforderungen zugestellt werden.

Safe On Web

Der eine oder andere Zuhörer dürfte sich in letzter Zeit über eine Bußgeldforderung der Föderalen Polizei gewundert haben, die ihn per Mail erreicht hatte. Einige besorgte Personen haben sich diesbezüglich bereits bei uns gemeldet. Der Empfänger soll eine Geschwindigkeitsübertretung begangen haben und dafür jetzt eine Geldstrafe zahlen.

Verdächtige Mail

Doch was hat es damit auf sich? Hier unsere Analyse, die jeder mit einer verdächtigen Mail dieser Art machen sollte. Zuerst einmal schauen wir uns den Absender an, er stammt von einer E-Mail Adresse mit der Endung „@federalebelgium.be“. Wer im Internet recherchiert, wird erfahren, dass diese Adresse nicht von der Föderalen Polizei stammt.

Etwas weiter erkennen wir, dass keine persönliche Anrede vorhanden ist. Man muss sich also die Frage stellen, woher die Polizei die E-Mail Adresse eines Verkehrssünders kennen sollte? Anschließend untersuchen wir den Text. Hier fällt uns auf, dass weder der Ort der Verkehrszuwiderhandlung, noch das Kennzeichen der Übertreters genannt wird. Zu lesen ist nur, dass die zugelassene Geschwindigkeit um einige km/h überschritten wurde. Weiter wird eine Foto- und Aktennummer genannt; beide sind aber frei erfunden.

Dann ist da noch die Bußgeldforderung von zirka 50€, die man online begleichen soll, der Link zu einem Zahlungsdienst ist auch vorhanden. Wer keinen weiteren Ärger oder Mahnungen in Kauf nehmen möchte, könnte dazu geneigt sein, die geforderte Summe auf diesem Wege zu bezahlen.

Tipps

  • Zuerst einmal sei zu sagen, dass die Polizei Bußgeldforderungen niemals per Mail verschickt. Die Polizei kennt zudem nicht Ihre E-Mail Adresse.
  • In dem Schreiben ist weder Ihr Kennzeichen noch der genau Ort der Zuwiderhandlung vermerkt, dies ist jedoch Pflicht.
  • Die Föderale Polizei kommuniziert nur mit E-Mail Adressen welche mit „@police.belgium.eu“ enden.
  • Die Polizei verlangt zudem nie eine Zahlung per Bitcoin, 3G Payment, Paysafecard oder Ukash.

Es ist tatsächlich so, dass man mittlerweile ein Bußgeld online bezahlen kann. Die offizielle Webseite der Online Zahlung in deutscher Sprache lautet: www.verkehrsstrafen.be.

Links

safeonweb.be/de

verkehrsstrafen.be

Infos: Danny Loos, RCCU Eupen

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