Klick sicher: Was Android Apps Facebook verraten

Untersuchungen haben gezeigt, dass 42,55% der kostenlosen Apps im Google-Play-Store Daten mit Facebook teilen können. Facebook ist damit nach Alphabet von Google der zweithäufigste Drittanbieter-Tracker. Für den BRF1-Klick-sicher-Experten Danny Loos von der RCCU ein Grund mehr genau zu prüfen, welche Apps wir installieren und welche Daten wir dort speichern.

Facebook (Bild: Bruno Fahy)

Illustrationsbild: Bruno Fahy/Belga

Datenlieferant Facebook

Die britische Organisation „Privacy international“ hat eine Untersuchung durchgeführt, die darüber aufklären soll, inwiefern das Unternehmen Facebook persönliche Daten über Nutzer sammelt, auch wenn diese nicht auf Facebook angemeldet sind.

Berücksichtigt wurden bei dieser Untersuchung 34 Apps von Android Handys aus dem Google Play Store, darunter auch einige bekannte Namen. Die Messung der Aktivitäten der betreffenden Apps wurden übrigens zwischen August und Dezember 2018 durchgeführt.

Die Frage, ob Informationen über Nutzer seitens Facebook gesammelt und weitergegeben werden, ist berechtigt, denn sie wurde bereits nach dem Cambridge-Analytica-Skandal bei Anhörungen in den Vereinigten Staaten und Europa aufgeworfen. Über die Daten, die das Unternehmen von Apps erhält, ist wenig bekannt. Laut „Privacy international“ soll diese Analyse nun mehr Klarheit schaffen.

Bericht von Privacy International

Der Bericht stellt fest, dass Facebook regelmäßig Mitglieder und Nicht-Mitglieder außerhalb seiner Plattform mithilfe von Facebook Business Tools verfolgt. Diese Tools nennt man kurz “SDK” und sollen App-Entwicklern helfen, Daten auszutauschen. Sie sind so ausgelegt, dass Ereignisdaten automatisch an Facebook übermittelt werden.

“Privacy international” stellt fest, dass 61% der getesteten Apps automatisch Daten an Facebook übertragen, sobald man diese öffnet. Dies geschieht unabhängig davon, ob die Nutzer über ein Facebook-Konto verfügen oder gerade nicht angemeldet sind. Diese Daten werden mit einer eindeutigen Werbe-ID, z.B. der Google-Werbe-ID, verknüpft und dienen dazu, Daten über das Nutzerverhalten verschiedener Apps und das Web-Browsing zu sammeln und zu einem umfassenden Profil zu verknüpfen. So kann man sich ein Bild der Aktivitäten, Interessen und Verhaltensweisen von Personen machen, einschließlich Informationen zur Gesundheit oder Religion.

Diese Tatsache ist für den Nutzer natürlich sehr beunruhigend. Ohne weitere Transparenz seitens Facebook ist es unmöglich zu sagen, wie mit den versendeten Daten umgegangen wird. Diese Tatsache wirft auch rechtliche Fragen auf, vor allen Dingen im Rahmen der neuen europäischen Datenschutzgrundverordnung.

Aber nicht nur Facebook funktioniert nach diesem Muster, auch Google stellt Einwicklertools bereit, die in ungefähr 88% aller Android Apps zu finden sind. Es ist zu vermuten, dass Apple nach dem gleichen Prinzip vorgeht. Ein Grund mehr genau zu prüfen, was wir mit unserem Smartphone machen, welche Apps wir installieren und welche Daten wir dort speichern.

Links

privacyinternational.org/report/2647/how-apps-android-share-data-facebook-report

privacyinternational.org/appdata

developers.facebook.com/docs/android

Infos: Danny Loos, Föderale Kriminalpolizei Eupen

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