Klick sicher: Jahresbericht 2019 von Jugendschutz.net  

Jugendschutz.net ist ein gemeinsames Projekt von Bund und Ländern in Deutschland. Jedes Jahr veröffentlichen sie einen Jahresbericht über die Gefahren für Kinder und Jugendliche im Netz. Der BRF1-Klick-sicher-Experte Danny Loos von der Föderalen Kriminalpolizei Eupen fasst diesen Bericht zusammen.

Plattform TikTok (Bild: Pixabay)

Plattform TikTok (Bild: Pixabay)

Missbrauchsdarstellungen 

Darstellungen von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen sind weiterhin im Netz zu finden, die meisten dieser Darstellungen befinden sich bei Filehostern im Ausland. Missbrauchsdarstellungen sind durch viele Dienstleister untersagt und werden bei Meldung auch meist zügig gelöscht. Leider tauchen diese Darstellungen an anderer Stelle wieder auf. Bei „Jugendschutz.net“ gingen 2019 insgesamt über 35.000 Meldungen dieser Art ein. 

Belästigung und Grooming 

Gegenüber sexueller Belästigung im Netz sind Jugendliche unzureichend geschützt. Zudem stellt der Bericht fest, dass Jugendliche unbewusst zu viele Informationen über sich preisgeben. Auf Plattformen fehlen oftmals die Moderatoren, die in diesem Fall eingreifen sollen, um die Jugendlichen zu schützen. Kinder und Jugendliche werden auch vermehrt in private Chats gelockt, wo sie anschließend sexuell belästigt werden  

Cybermobbing 

In Chats oder via Messenger werden Jugendliche schikaniert und gedemütigt. Der Bericht kritisiert, dass Online-Dienstleister zu wenig unternehmen, um Jugendliche zu schützen, wie beispielsweise vorkonfigurierte Accounts für Minderjährige und Seiten mit Hilfestellungen und Links zu Kontaktstellen. Positiv ist hervorzuheben, dass manche Plattformen Filter anbieten, um beleidigende Kommentare zu unterbinden, so bei Instagram, YouTube und TikTok.  

Challenges mit selbstschädigendem Verhalten 

Online-Challenges reizen Kinder und Jugendliche, weil sie Aufmerksamkeit bei anderen erwecken. Die beliebtesten Challenges beinhalten auch eine gewisse Selbstgefährdung. Nagellackentferner auf der Haut anzünden, auf fahrende Züge klettern, an einer Steckdose einen Kurzschluss erzeugen: Kinder und Jugendliche werden im Netz immer häufiger zu hochgefährlichen Mutproben motiviert. Videos von misslungenen Herausforderungen erhalten oftmals mehr Klicks als erfolgreiche. Besonders Videos mit offensichtlichen körperlichen Schäden sind beliebt. Im Bereich „Aufruf zu selbstschädigendem Verhalten“ meldet Jugendschutz.net einen starken Anstieg im Vergleich zu 2018. 

Sicherlich kann im Bereich Jugendschutz noch mehr getan werden, um unsere Kinder und Jugendlich besser zu schützen. 

Links

http://www.jugendschutz.net/fileadmin/download/pdf/bericht2019.pdf 

 

Infos: Danny Loos, Föderale Kriminalpolizei Eupen

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