Kompass: Jugendbeteiligung – aber wie?

Der EU-Jugenddialog ist das wichtigste Instrument der Jugendbeteiligung in Europa. In einem Zeitraum von eineinhalb Jahren treffen sich Jugendliche und politische Entscheidungsträger aus allen EU-Mitgliedsstaaten, um gemeinsam über ein Thema zu diskutieren, Lösungsvorschläge auszuarbeiten und diese im eigenen Land umzusetzen. Von Juli 2020 bis Dezember 2021 stand das Thema Jugendbeteiligung im Mittelpunkt.

Was ist der EU-Jugenddialog?

Der EU-Jugenddialog ist eine Methode, um Empfehlungen von Jugendlichen an die Politik auszuarbeiten. Junge Menschen und politische Entscheidungsträger in ganz Europa diskutieren über ein bestimmtes Thema. Auf Grundlage der Diskussionen, Lösungen und Meinungen entstehen europäische Empfehlungen an die Politik, um die Situation von Jugendlichen in Bezug auf das jeweilige Thema zu verbessern.

Der RDJ koordiniert die nationale Arbeitsgruppe in Ostbelgien. Wie ist der EU-Jugenddialog in den letzten 18 Monaten abgelaufen?

Insgesamt haben über 17.000 Jugendliche aus ganz Europa durch verschiedenste Aktivitäten ihre Ideen und Meinungen zum Thema Jugendbeteiligung eingebracht. Auch der RDJ hat in den letzten eineinhalb Jahren versucht, neue Ideen für eine aktive Beteiligung der Jugend zu sammeln und beispielsweise mit dem Video-Podcast „‘ne Soirée“ ein konkretes Projekt umgesetzt. Zum Schluss wurden die finalen Empfehlungen in einem Faltblatt mit dem Titel „Jugendbeteiligung – aber wie?“ zusammengefasst.

Was erfährt man in dem Faltblatt?

Das Faltblatt beinhaltet vier Schritte, wie Jugendbeteiligung in Europa und speziell in Ostbelgien verbessert werden könnte: Zuerst müssen alle jungen Menschen ein Grundwissen zur Politik haben, um sich überhaupt beteiligen zu können. Es braucht eine bessere politische Bildung in und außerhalb der Schule, die für jeden Jugendlichen zugänglich ist. Dann sollten politische Entscheidungsträger in einem zweiten Schritt auch mehr mit jungen Menschen in Kontakt treten, sodass Politik für Jugendliche greifbar wird und Politiker gleichzeitig die Bedürfnisse der jungen Menschen wahrnehmen.

Was sind der dritte und vierte Schritt für eine bessere Jugendbeteiligung?

Politiker sollten es nicht nur bei dem Austausch mit Jugendlichen belassen, sondern sie strukturell einbeziehen, beispielsweise über Umfragen, Veranstaltungen oder andere Methoden. Zu guter Letzt sollte die junge Generation als Akteur in der Politik wahrgenommen werden, d. h. auch junge Menschen sollten politische Verantwortung übernehmen dürfen. Wählen ab 16 oder eine stärkere Rolle von Jugendlichen in Parteien könnten beispielsweise dafür sorgen.

An wen richtet sich das Faltblatt?

Es wurde diese Woche an politische Entscheidungsträger (Regierung und Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft, Abgeordnete auf wallonischer, föderaler und europäischer Ebene sowie Jugendschöffen) und weitere relevante Akteure aus Wirtschaft, Bildung und Jugend geschickt. Wir hoffen, dass wir mit dem Faltblatt einige neue Ansätze liefern, um den Kontakt mit jungen Leuten in Zukunft – und vielleicht als Neujahrsvorsatz für 2022 – noch attraktiver zu gestalten.

Aber auch für Jugendliche könnte das Faltblatt interessant sein?

Absolut, denn es sind die Ideen der jungen Menschen, die wir dort zusammengefasst haben. Sie erhalten zudem auch im Faltblatt die Möglichkeit, weitere Ideen einzubringen, um Jugendbeteiligung zu verbessern. Ein Blick in das Faltblatt lohnt sich also!

Wo findet man das Faltblatt?

Auf unserer Webseite www.jugenddialog.be gibt es das Faltblatt zum Herunterladen. Wir haben auch auf unseren Social-Media-Kanälen auf Facebook und Instagram unter rdj.ostbelgien über das Faltblatt informiert. Wer ein gedrucktes Exemplar haben möchte, kann sich per E-Mail an info@rdj.be melden.

Infos: Mona Locht, Koordinatorin des RDJ