Essen als Klimakiller

Fleisch aus Argentinien, Weintrauben aus Südafrika oder Kiwis aus Neuseeland ? eins haben sie gemeinsam: weite Transportwege und einen hohen CO2-Verbrauch.

Die Verbraucherschutzzentrale fordert eine Kennzeichnung für weite Wege.

Multikulti im Kühlschrank: Weintrauben aus Chile, Prinzessböhnchen aus Kenia, Lammkoteletts aus Neuseeland oder Thunfisch aus dem Pazifischen Ozean: Lebensmittel reisen heutzutage um die ganze Welt, damit Verbraucher auf nichts verzichten müssen.

Ein Blick in den Kühlschrank genügt, um festzustellen, dass auch hier die globale Welt Einzug gehalten hat.

Aus aller Herren Länder werden Nahrungsmittel eingeflogen und legen dabei oftmals unheimlich lange Strecken zurück. Der Großteil der Reise findet auf der Straße und in der Luft statt. Ein Kilogramm Weintrauben aus Südafrika „vernichtet“ auf der 10.000 Kilometer langen Reise sogar 4,3 Liter Kerosin und entlässt 11 Kilogramm CO2 und 74 Gramm Stickoxide in die Atomsphäre.

Der Flugtransport schadet dem Klima bis zu 230 Mal mehr als eine Beförderung per Schiff.

Auch wenn die Kiwi aus Neuseeland per Schiff 21.000 Kilometer zurücklegt, verursacht ein Kilogramm Kiwis immerhin noch rund 3,2 Kilogramm CO2.

Damit Obst und Gemüse den weiten Weg überstehen, werden die Früchte oft unreif geerntet. Das wirkt sich negativ auf Geschmack und Inhaltsstoffe aus. Leider ist es für den Verbraucher nicht erkennbar, ob frisch gehaltene Waren über Land, Wasser oder per Flugzeug zu uns gelangen. Deshalb fordert die Verbraucherschutzzentrale, dass die Konsumenten mehr Informationen über die CO2-Bilanz der Waren erhalten. Der Transport als solcher wird dann problematisch, wenn vor allen Dingen noch die Weiterverarbeitung wie Kühlen, Kochen oder Braten ins Spiel kommen.

Kunden sollten deshalb beim Kauf auf die Herkunft achten. Je kürzer die Entfernung vom Erzeuger in den Handel, umso geringer ist der Energieverbrauch. Falls keine heimische Ware angeboten wird, gilt die Devise: lieber Blumenkohl aus Frankreich statt aus Indien.

Und wer zu regionalen Angeboten greift, schont die Umwelt und fördert Arbeitsplätze. Heimisches Obst und Gemüse etwa schmecken zudem oft besser, weil die Früchte reif geerntet werden.

Ein anderes Problemfeld ist Fleisch: Ob Rindersteak aus Argentinien, Straußenfleisch aus Südafrika oder eine Kängurukeule aus dem australischen Busch. Auch hier herrscht Multikulti vor. Um ein Kilogramm Rindfleisch zu produzieren, müssen zunächst einmal zehn Kilogramm Pflanzenbiomasse hergestellt werden, so die Faustregel. Und das ist nur durch Massentierzucht möglich.

Deshalb etwas weniger Fleisch essen und wenn, dann solls auch ein richtig gutes Stück sein.

So können durch die Reduzierung des Fleischkonsums und die Bevorzugung von regionalen und saisonalen Produkten bis zu 50 Prozent an Primärenergie eingespart werden.

Und das ist eine ganze Menge.

Tipps:

  • Auf die Herkunft achten

  • Heimische Ware bevorzugen

  • Saisongerecht kaufen

  • Kennzeichnung beachten

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