Fahrradhelme – Wer „Köpfchen“ hat, trägt Helm!

Radeln steht hoch im Kurs, und das nicht nur wegen Sonnenschein und Klimadebatte. Doch wer sich auf einen Drahtesel schwingt, sollte nicht ohne Helm fahren.

Denn bei rund 85 % der Unfälle erleiden Radfahrer Kopfverletzungen.

Vor wenigen Jahren galt es noch als „uncool“, ohne Helm zu fahren, doch inzwischen ist die modische Vielfalt bei Fahrradhelmen enorm gestiegen.

Ein Haar in der Suppe findet jeder ? auch bei Fahrradhelmen ist das nicht anders. Dem einen sind die Farben zu grell, dem anderen die Form zu überdimensioniert. Zudem kann der Helm nach kurzer Zeit schon an Stirn und Kopfseite drücken, ganz zu schweigen von der Wärmeentwicklung unter der Plastikhaube.

Doch inzwischen hat scheinbar nicht nur bei den Nutzern das Umdenken begonnen. Und so bringen auch die Hersteller vermehrt neue Modelle auf den Markt. Nicht nur das Aussehen, sondern auch die Sicherheit ist in den letzten zehn Jahren wesentlich besser geworden.

Gute Fahrradhelme haben schon bei manchem Unfall schwere Kopfverletzungen verhindert, ein umfassender Lebensretter sind sie allerdings nicht. Trotzdem: Wer Köpfchen hat, trägt Helm.

Man beachte …

Vier einfache Grundregeln gibt es für den Kauf von Fahrradhelmen:

  1. Der Helm muss passen, ohne zu drücken oder zu wackeln

  2. Der Helm muss die Stirn, die Schläfen und den Hinterkopf sicher abdecken

  3. Der Helm sollte die Sicherheitsnormen erfüllen und ein anerkanntes Prüfzeichen haben

  4. Und der Helm muss natürlich gefallen. Nicht nur bei Kindern kommt es auf diesen Punkt an.

Immer anprobieren

Um den richtigen Helm herauszufinden, auf jeden Fall anprobieren. Nicht immer wird er 100-prozentig zur Form des Kopfes passen. Dann helfen aber zusätzliche Polster, so genannte Pads. Diese sollten schon beim Kauf eingelegt und genau auf den Benutzer abgestimmt werden.

Aber Achtung! Die Polster sind nur für Feinkorrekturen gedacht und keinesfalls für einen Helm zum ?Reinwachsen?. Stecken nämlich zu viele Pads in einem Fahrradhelm, kann dieser im Ernstfall verrutschen.

Der Kinnriemen

Aber auch der Kinnriemen muss sitzen. Ein Helm, der plötzlich vors Gesicht schlägt oder bei einem unfreiwilligen Flug über die Lenkstange nach hinten rutscht, ist auf einen zu lockeren Kinnriemen zurückzuführen.

Der Riemen darf weder auf die Ohren, noch auf die Halsschlagader drücken. Darüber hinaus muss der Verschluss seitlich sitzen und nicht unten.

Das Prüfzeichen

Ist der Fahrradhelm im Blick auf den Ernstfall getestet und für gut befunden worden? Anerkannte Prüfzeichen geben die Antwort. Am besten auch den Fahrradhändler vor Ort fragen.

Untersucht wird zum Beispiel, ob der Helm die gefährdeten Kopfpartien ausreichend schützt, ob er rutschfest sitzt, und ob sein Kinnriemen die Anforderungen erfüllt. Sogar einem Aufschlagversuch auf einen stählernen Amboss aus einem Meter Höhe muss er stand gehalten haben.

Bei Unfall: Neukauf

Und eines sollte auf jeden Fall beherzigt werden: Kam es zu einem Unfall, bei dem der Fahrradhelm beansprucht wurde, sollte man der Sicherheit wegen diesen nicht mehr weiter tragen. Der Grund: Es können kleinste Risse entstanden sein, die mit dem bloßen Auge gar nicht zu sehen sind. Deshalb am besten einen neuen Fahrradhelm kaufen.

Denn eines ist ganz sicher: Auch der günstigste Helm ist besser als gar keiner.