Eine strengere EU-Richtlinie für Kinderspielzeug

Kinder sind unsere Zukunft. Das, so denkt man, wissen auch die Hersteller von Kinderspielzeug und die meisten nehmen ihre Verantwortung daher ernst.

Aber „schwarze Schafe“ gibt es auch im Spielzeugland. Kann man daher Spielzeug ohne Bedenken kaufen? Derzeit hagelt es Kritik an den EU-Vorschriften für gefährliche Stoffe in Kinderspielzeug. Verbraucherschützer fordern, dass die Spielzeugrichtlinie nachgebessert werden müsse.

Es klingt zwar absurd, aber tatsächlich lässt die erst im Dezember vergangenen Jahres verabschiedete Spielzeugrichtlinie eine um bis zu 1000 mal höhere Konzentration an krebserregenden Stoffen zu als etwa bei Autoreifen. Neben den Lücken bei Weichmachern gibt es beispielsweise keine besonderen Vorschriften für Fingermalfarben, Knetmasse oder ähnliches Spielzeug mit intensivem Hautkontakt. Obwohl Schadstoffe gerade über die Haut besonders giftig wirken oder Allergien auslösen können.

So wurde unter anderem festgestellt, dass bei Blei der Grenzwert gar auf 160 Milligramm pro Kilo Spielzeug erhöht wurde – dreimal so viel wie der zulässige Bleigehalt von Blumenerde und zehnmal so viel wie der von Waldpilzen. Und bei Nickel, das besonders häufig Allergien auslöst, gibt es zwar Höchstwerte für Schmuck und Uhren – nicht aber für Spielzeug.

Vor dem Kauf informieren

In Testzeitschriften wird Spielzeug untersucht und es werden wertvolle Tipps für den Einkauf gegeben. Diese Zeitschriften können unter anderem in der Verbraucherschutzzentrale eingesehen werden. Dabei sollte der Verbraucher in erster Linie auf Labels und Gütezeichen achten und die Herkunft des Produkts prüfen: Ein Hersteller, Importeur oder Vertreiber, der für seine Produkte gerade steht, nennt seinen Namen und seine Adresse auf der Verpackung.

Spielzeug aus Fernost ist deutlich öfter schadstoffbelastet. Deshalb fordern die Verbraucherzentralen, die Wiedereinführung der „Made-in“-Kennzeichnung. Für anonymes Spielzeug sollte kein Geld ausgegeben werden. Und Altersangaben sollten auf jeden Fall berücksichtigt werden: Hinweise wie „Nicht für Kinder unter drei Jahren“ sollten ernst genommen werden. Bis zu diesem Alter stecken Kinder nämlich alles in den Mund.

Spielzeug, das nach Chemie riecht, lässt man am besten im Regal. Deshalb sollte das Motto lauten: „Trauen Sie ruhig Ihrer Nase!“ Dies gilt auch für Spielzeug, das mit besonderen Düften behandelt wurde, wie z.B. Stofftiere, Puppen oder Kinderkosmetik. Einige Duftstoffe können sich im Körper anreichern und Allergien auslösen.

Vorsicht bei Billigprodukten

Der niedrige Preis kommt nicht von ungefähr und resultiert häufig aus schlechten und somit minderwertigen Rohstoffen. Schlechte Arbeitsbedingungen bei der Fertigung und Verzicht auf Qualitätskontrolle tragen ihren Teil dazu bei.

Eine gute Orientierung beim Kauf bietet das deutsche Zeichen „spiel gut“. Dieses Gütesiegel wird von einer unabhängigen Expertenjury vergeben, die Spielwaren auf Spielwert, Sicherheit und Umweltaspekte prüft. Allerdings hat das empfohlene Spielzeug oft auch seinen Preis.

Wer die Ausstattung fürs Puppenhaus oder Teile für die Modelleisenbahn auf Flohmärkten oder in Secondhand-Läden kauft, kann dabei eine Menge Geld sparen.

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