Internet-Abzocke

Klingeltöne runterladen, Model-Castings, ein Referat über Einstein halten oder etwas Ahnenforschung betreiben. Hinter diesen angeblich kostenlosen Angeboten stecken im Kleingedruckten vieler Internetseiten teure Dienste.

Die Masche dieser modernen Online-Straßenräuber ist relativ einfach. Die Tarnung ist das A und O: Kostenlose Angebote werden ganz geschickt verschleiert und Verträge werden auf dubioser Art und Weise zu Recht gezimmert. Danach landen Rechnungen im Briefkasten, und wer nicht zahlt, dem wird gedroht ? oft mit Erfolg.

Die wichtigste Frage lautet: Ist das Angebot wirklich kostenlos? Dazu sollte man die Seite genauestens unter die Lupe nehmen und nach dem Kleingedruckten suchen. Nämlich sehr oft muss man bis ans Ende der Seite scrollen, um gerade das zu finden, was man sucht.

Werden zum Beispiel besonders viele persönliche Daten gefragt, ist höchste Skepsis angesagt. Das gilt vor allen Dingen für sehr sensible Angaben wie die Bankdaten. Und vor Bestätigung einer Anmeldung per Mausklick sind die Vertragsbedingungen gewissenhaft zu lesen. Und auf folgende Punkte sollten Sie ein Auge werfen: die Vertragslaufzeiten und die Kündigungsfristen.

In die Falle getappt – Was tun?

Sie senden am besten ein Schreiben an den Betreiber der Website. In diesem Schreiben verweigern Sie die Zahlung, da kein gültiger Vertrag besteht und Sie durch den Aufbau der Seite in die Irre geführt wurden. Für Belgien gilt ein siebentägiges Widerrufsrecht. Der Vertrag kann also innerhalb von einer Woche rückgängig gemacht werden. Für Deutschland sind es 14 Tage.

Ist die Frist überschritten, können Sie den Vertragsabschluss dennoch anfechten, da die Methoden der Unternehmen doch ziemlich fragwürdig sind und sich am Rande der Legalität bewegen. Sie sollten sich auf keinen Fall einschüchtern lassen. Auch wenn man Ihnen in diesem Fall mit Inkassoverfahren, Gerichtsvollziehern oder Anwaltskanzleien droht.

Und Jugendliche?

Jugendliche sind bedingt vertragsfähig. Geschäfte des alltäglichen Lebens, die im Prinzip vom Taschengeld bezahlt werden können, dürfen von Ihnen abgeschlossen werden. Ihre Rechte dürfen aber durch einen Vertragsabschluss nicht verletzt werden. Da es sich hier um eine Betrugsmasche handelt, sind Verträge mit Minderjährigen nicht gültig.

Im Anhang befinden sich zwei Musterbriefe, die Sie als Grundlage benutzten können. Es handelt sich einmal um ?Beanstandungen des Vertragsabschlusses? und einmal um ?Beanstandungen des Vertragsabschlusses mit Minderjährigen?.