Klick sicher: Webseiten-Betreiber in Goldgräberstimmung

Die Finanzierung von Webseiten geht meistens über Werbung. Doch findige Entwickler lagern Kosten auf die Besucher von Webseiten aus. Wie das funktioniert und wie man sich schützen kann, berichtet BRF1-Klick-sicher-Experte Danny Loos von der RCCU.

Goldgräber (Screenshot AdGuard Website)

Goldgräber (Screenshot AdGuard Website)

Bitcoin, Monero oder Ether

Alle Welt spricht derzeit über die virtuelle Währung Bitcoin. Zwar ist der Höhenflug wieder abgeflaut, der Kurs ist aber noch immer sehr hoch. Die Goldgräberstimmung befällt aber noch andere virtuelle Währungen wie zum Beispiel Monero oder Ether. Alle diese Währungen werden durch Miner geschürft, d.h. errechnet. Die Rechner müssen dabei komplexe Rechenaufgaben lösen. Dies bedeutet Investition in Hardware und hohe Stromrechnungen.

Kostenauslagerung

Findige Programmierer haben jetzt mit einem Trick die Kosten ausgelagert, nämlich auf die Besucher von Webseiten. Wenn man eine solche Webseite aufruft, merkt man anfangs nichts, bis der Lüfter des Laptops anfängt zu surren oder das Handy plötzlich heiß wird und rasant an Akkuleistung verliert. Der Nutzer hat aber keine Ahnung, was da genau geschieht. Es kann durchaus sein, dass der Virenscanner in einzelnen Fällen Alarm schlägt. Aber warum?

Der Grund hierfür ist ein sogenanntes Mining-Skript. Ein Skript ist ein automatisch startendes Programm. In unserem Fall wird Rechenleistung gekapert. Alte PCs werden dabei schnell ausgelastet, Nutzer von Mehrkern-Prozessoren werden es vielleicht gar nicht bemerken. Die Rechenleistung wird demzufolge durch das Skript umgeleitet und für das Errechnen einer kryptischen Währung wie Monero und Co genutzt.

Es wird solange Rechenleistung abgeschöpft, bis man die Webseite verlässt. 70% des Ertrags gehen an die Seitenbetreiber, die restlichen 30% an die Entwickler. Man hilft den Webseiteninhabern sozusagen beim „Geld verdienen“. Viele Betreiber sehen dies als Alternative zur Werbung.

Skripte dieser Art sind vor allen Dingen bei illegalen zwielichtigen Portalen oder pornographischen Seiten zu finden, aber auch einige Medien- und Nachrichtenseiten ließen ihre Besucher digitales Geld schürfen. Grundsätzlich sind diese Skripte legal, allerdings ist die fehlende Einwilligung des Besuchers ein Problem. Daher fordern viele einen Hinweis auf den entsprechenden Seiten.

Tipps

Für die Nutzer des Browser Chrome sowie Firefox wurde eine Erweiterung mit dem Namen „NoCoin“ entwickelt. Sie soll den Nutzer vor digitalen Goldgräbern schützen. Auch die Entwickler von Antivirensoftware bemühen sich entsprechenden Mining-Skripte ausfindig zu machen und die Nutzer zu warnen.

Links:

coinhive-500-millionen-website-nutzer-fuer-kryptomining-missbraucht

crypto-mining-fever

coinhive.com

Infos: Danny Loos, RCCU Eupen, Screenshot AdGuard Website

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