Stephen King: Fairy Tale

Der Bestsellerautor erfüllt sich mit diesem Roman einen Herzenswunsch: Er wolle über eine Märchenwelt voller Abenteuer schreiben. Aber Vorsicht: Wo Stephen King draufsteht, ist auch Stephen King drin. Seinen Kindern sollte man dieses Märchen nicht vorlesen. Der BRF-Buchtipp am 3. Oktober.

Buchcover: © Heyne Verlag

Bestsellerautor Stephen King begibt sich auf seine alten Tage auf die Spuren der Gebrüder Grimm. Weit ist der Weg nicht, denn der eine schreibt über Monster, Horror-Haustiere und Killerclowns, bei den Grimms geht es um mordende Stiefmütter und menschenfressende Tiere. In seinem neuen Roman stolpert ein Jugendlicher in eine fantastische Fabelwelt, so wie Alice einst ins Wunderland. Aber Märchen können auch düster sein. Stephen King, der gerade seinen 75. Geburtstag feierte, nennt sein neues Buch „Fairy Tale“.

Es war einmal ein Junge namens Charlie Reade, der alles andere als märchenhaft aufwächst. Er ist erst drei Jahre alt, da wird die Mutter von einem Laster überfahren. Der Vater hängt fortan an der Flasche. Doch der Junge entwickelt sich zu einem pflichtbewussten, feinen Kerl. Charlie sorgt sich um Haushalt, Vater und Mitmenschen. Als in der Nachbarschaft der grantige alte Howard Bowitch von der Leiter fällt und sich ein Bein bricht, kümmert sich der 17-Jährige um den alten Holzfäller – der Beginn einer ungewöhnlichen Freundschaft.

Als der Alte an einem Herzinfarkt stirbt, vermacht er dem Jungen das Haus samt Grundstück und unheimlichem Gartenschuppen, aus dem schabende, kratzende Geräusche kommen. Charlie geht rein und entdeckt ein großes Loch im Boden. Es ist die Pforte zu einer anderen Welt. Dass Märchen auch ganz schön düster sein können, zeigt sich hier. Über eine unterirdische Passage, den Weltenbrunnen, gelangt Charlie ins Königreich Empis. Das sieht aus, wie man sich eine Märchenwelt eben vorstellt – übergroße weiße Kaninchen hoppeln über die Wiese wie im Wunderland von Alice. Aber Empis, einst ein prosperierendes Königreich, über dem zwei Monde stehen, ist verflucht. Seine Bewohner siechen an einer grausamen Krankheit dahin, ihre Gesichter zerfallen, sie werden grau. Die Prinzessin ist zur stummen Gänsemagd verzaubert worden. Die unterdrückten Einwohner sehen in Charlie ihren Retter. Aber dazu muss er erst die Prinzessin, die rechtmäßige Gebieterin des fantastischen Märchenreichs, von ihrem grausamen Leiden befreien.

Stephen King ist im Horror daheim, produziert seit Jahren Gruselgeschichten am Fließband. Zuletzt litt er aber unter einer monatelangen Schreibhemmung, wie sein Verlag berichtet. Die Fantasie geht Stephen King auch mit 75 Jahren nicht verloren. Ein gewöhnlicher Junge, der zum Märchenprinz wird, ein Eimer voller Gold, ein böses Rumpelstilzchen, widerliche Riesen, eine Sonnenuhr, mit der man die Zeit zurückdrehen kann – und am Ende der ultimative Kampf gegen Gut und Böse. „Fairy Tale“ erzählt auf 880 Seiten Zauberhaftes und Zerstörerisches, ist ein packendes Heldenepos und Horrorstory – auch wenn der sonst für King übliche Gänsehaut-Faktor ein wenig fehlt. Dafür ist „Fairy Tale“ dann doch zu sehr Märchen.

Stimmen zum Buch

„Und was das für ein Buch geworden ist! Satz für Satz, Absatz für Absatz. Fairy Tale ist ein gewaltiges Märchen, ein Triumph der Erzählkunst.“
Zeit online

„Doch ist hier nichts zauberhaft, dieses Buch ist kein Heititei, kein Vorlesestoff. Der US-Schriftsteller … entwickelt auf mehr als 800 Seiten eine spannende, düstere Mär.“
Kölnische Rundschau

Stephen King (Bild: Shane Leonard)

Stephen King (Bild: Shane Leonard)

Autor

Stephen King wurde am 21. September 1947 in Portland, Maine, geboren. Er zählt zu den erfolgreichsten Autoren des späten 20. Jahrhunderts. Insgesamt hat der vielfach ausgezeichnete Bestsellerautor über 40 Romane, über 100 Kurzgeschichten, Novellen, Drehbücher, Gedichte, Essays, Kolumnen und Sachbücher veröffentlicht. Ende 2003 erhält Stephen King den „National Book Award“ für sein Lebenswerk. Im Mittelpunkt von Stephen Kings Gesamtwerk steht der siebenbändige Fantasy-Zyklus Der Dunkle Turm um den Revolvermann Roland. King selbst bezeichnet den Dunklen Turm – eine Fusion aus verschiedensten Zeiten, Orten und Geschichten – als sein wichtigstes Werk. Weltweit hat er 400 Millionen Bücher in mehr als 40 Sprachen verkauft. Mit seiner Frau Tabitha lebt er in Bangor, Maine. Stephen King hat eine Tochter und zwei Söhne. „Die Leute denken, ich sei ein sehr merkwürdiger Mensch. Das ist aber nicht korrekt. Ich habe das Herz eines kleinen Jungen. Es steht in einem Glas auf meinem Schreibtisch.“ Stephen King über Stephen King

Gewinnspiel

BRF1 Online verlost zwei Exemplare. Gewinnfrage: Wie lang ist die Brücke? Lösung: 42 Meter.

Gewonnen haben Nathalie aus Malmedy und Markus aus Steinfurt.

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Buchdetails

Stephen King: Fairy Tale
Originaltitel: Fairy Tale
Aus dem Amerikanischen von Dr. Bernhard Kleinschmidt
888 Seiten — 20,00 Euro
ISBN 978-3-453-27399-3
Neu erschienen im Heyne Verlag

Alle Bücher unseres BRF1-Buchtipps sind bei Logos und Thiemann erhältlich.
Buchtipp-Redakteurin: Biggi Müller

Biggi Müller