Gabriele Jenner: Porträt einer Salzburger Säcklerin

Wenn man durch die malerische Altstadt von Salzburg schlendert, dann fällt einem der eine oder andere Trachtenladen ins Auge. In diesem Metier pflegt die Lederhosenmacherin Gabriele Jenner eine jahrhundertelange Familientradition. BRF-Reporter Horst Senker hat sich in ihrem Laden umgeschaut.

Die Säcklerin Gabriele Jenner – Eine Lederhosenmacherin (Foto: Horst Senker, BRF)

Die Säcklerin Gabriele Jenner – Eine Lederhosenmacherin (Foto: Horst Senker, BRF)

Säcklerei heißt eigentlich Lederschneiderei und Säcklerei kommt von Sack. Früher waren das Säcke – eher Röcke  – , die dann später zusammengenäht und Hosen ergaben. Gabriele Jenner – die Familienfirma gibt es seit 1408 – ist ausgebildete Säcklerin. Ihr kleiner aber feiner Laden liegt am Residenzplatz unweit vom Salzburger Dom. Hauptsächlich arbeitet sie mit Hirschleder. Hirschleder – Hosen, Westen, Jacken, Hüte und dergleichen mehr.

Gekrönte Häupter, Stars und Industrielle gaben sich in der Manufaktur die Klinke in die Hand. Filmdiva Marlene Dietrich kaufte dort Röcke und Hüte ein. Die New York Times hat über Gabriele Jenners Kleinod mit den handgefertigten Trachten berichtet. Caroline von Monaco war dort und auch Gloria von Thurn und Taxis. Die Modemacherin Vivien Westwood schaute vorbei und ein Prinz aus Arabien hat sich im Gästebuch der resoluten und humorvollen Gabriele Jenner verewigt.

Die bestickten Hosen mit Latz und Hirschhornknöpfen haben auch Kaiser Franz–Josef begeistert. „Der kam eines Tages in der Gerberei an und sagte, bitte, könnt ihr einmal für mich eine Hose machen, die schon gebraucht ausschaut. Da haben wir die altschwarze Farbe erfunden, die eine Mischung aus Braun- und Schwarzholzextrakt ist.“

BRF-Reporter Horst Senker denkt nach seinem Besuch bei Gabriele Jenner auch schon über den Kauf einer Lederhose nach!

Infos und Foto: Horst Senker

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