Chansons, Lieder und Folk: „Found Light“ – Laura Veirs‘ optimistischer Neubeginn

Laura Veirs kommt aus einer funktionierenden Familie voller Vertrauen und Beständigkeit. Das hat über zwanzig Jahre lang auch ihre kunstvoll dahinperlende Musik ausgezeichnet: neugierig-poetische Blicke in die Welt statt schmerzhafter Analysen einer kaputten Gesellschaft. Doch dann ging in ihrem Leben etwas kaputt.

Laura Veirs (Foto: Bella Union/PIAS)

Laura Veirs (Foto: Bella Union/PIAS)

Mit ihrem langjährigen Produzenten Tucker Martine war sie eine Ehe eingegangen, hatte zwei Kinder bekommen, und alles schien wie eine Fortsetzung der Geschichte aus ihrem Elternhaus. Doch zum Gelingen einer Ehe gehören zwei – und einer ist ausgestiegen. „My Echo“, Laura Veirs’ Album von 2020, war ein Produkt dieser Trennung, gleichzeitig aber auch die letzte Zusammenarbeit ihrer symbiotischen Beziehung. Laura Veirs musste einen radikalen Schnitt machen, um nicht im Schmerz zu verglühen. Die Frage war: Weitermachen oder ganz aufhören mit der Musik?

Die Antwort liegt nun vor: „Found Light“ ist ein Zeugnis der Selbstermächtigung einer Frau, die nie darauf vorbereitet war, Krisenmanagement in Alleinregie zu betreiben. Ihre innere Stärke, ein paar Rauscherfahrungen mit psychogenen Pilzen und ihre unbändige Musikalität haben sie zu ihrem zwölften Studioalbum geführt. Ein Triumph des kreativen Antriebs und des Optimismus‘ einer starken Seele.

Außerdem: Neue Musik von Ty Segall, Max Prosa, Elbsegler, Richie Setford, Katy J Pearson und Tim McMillan & Rachel Snow.

Markus Will