Chansons, Lieder und Folk: Angeline Morrison macht afrikanische Geschichte hörbar – „The Sorrow Songs“

Mit Markus Will.

BRF-Musikredakteur Markus Will (Bild: Thierry Cornely/BRF)

BRF-Musikredakteur Markus Will (Bild: Thierry Cornely/BRF)

„Ich kann an einer Hand abzählen, wie oft ich in einem Folk-Club mit anderen Farbigen war“, moniert die Sängerin und Multiinstrumentalistin Angeline Morrison aus dem englischen Cornwall.

Man könnte meinen: Folk, das ist die Musik der Weißen, das sind jahrtausendealte Überlieferungen von Liedern, Reimen und Melodien der Kelten. Dabei übersehen wir leicht: Farbige haben schon zur Römerzeit auf der britischen Insel gelebt.

Angeline Morrison wollte mehr über das Leben der schwarzen Vorfahren herausfinden, hat sich ein Jahr Zeit für Forschung genommen – mit finanzieller Unterstützung eines Wissenschaftsprogramms – und schließlich ein Album mit Liedern im Stil der britischen Folk-Musik komponiert. Den stillen Raum mit Geschichten füllen, das war ihr Ziel. „The Sorrow Songs: Folk Songs of Black British Experience“ heißt das Ergebnis und schlägt ein ganz neues Kapitel in der Geschichte des British Folk auf.

Außerdem:

  • Abschied von Loretta Lynn
  • Schluss mit Girlie-Glamour: Ashley McBryde mit ihrem originellen Liedertheater „Lindeville“
  • Zum 30-jährigen Karrierejubiläum: „Queen of the Whirl“ von Eliza Carthy & The Restitution
  • Die Zukunft ist ungewiss, aber es fühlt sich gut an: „Loose Future“ von Courtney Marie Andrews
  • The Unthanks: Das große Warten auf das neue Album „Sorrows Away“

Markus Will