Chansons, Lieder und Folk: Tyler Ballgame – alles auf Anfang

Zwischen Roy Orbison, Elvis, Jim Croce und John Lennon: Tyler Ballgames Debüt „For The First Time, Again“ ist ein warmes, analoges Crooner-Album über Selbstzweifel, Hoffnung und den Mut, gegen alle Widerstände an die Liebe zu glauben.

Tyler D Perry (Bild: Hollie Cunningham)

Eigentlich heißt er Tyler Perry und stammt aus Rhode Island. Tyler Ballgame ist sein Projekt- und Band-Name. Sein Debütalbum hat er aus einer Krise heraus geschrieben. Nach Jazz-Studium am Berklee College, deprimierenden Nächten mit Coverbands in Bars und einer Lockdown-Phase im Keller der Eltern zog er nach Los Angeles – im Gepäck: Bücher von Eckhart Tolle und Alan Watts und den Entschluss, seiner eigenen Stimme zu vertrauen. "For The First Time, Again“ klingt wie eine Hommage an große Songwriter-Traditionen und zugleich wie ein sehr heutiger, intimer Pop-Entwurf. Mit den Produzenten Jonathan Rado und Ryan Pollie entstand ein analog-warmes Klangbild: akustische Gitarren, soulige Rhythmen, farbenfrohes Tastenspiel, Bläser, üppige Harmonien – und über allem schweben Ballgames Crooner-Stimme und Texte über Sehnsucht nach Nähe, Verletzlichkeit und das Ringen um Selbstverständnis. Das Album ist ein Ermutigungsstück für alle, die ahnen, dass man das Glück im Leben selbst in der Hand hat – und selbst in die Hand nehmen muss. Er macht das leise, aber mit bemerkenswerter Konsequenz.

"For The First Time, Again“ von Tyler Ballgame ist erschienen am 30. Januar 2026 auf Rough Trade Records.

Außerdem in dieser Sendung

  • Vincent Coomans: Zerbrechliches Songwriter-Album des 33-jährigen Belgiers mit unausweichlichen Gedanken zu Abschied und Tod ("Dark Dog“, Wellington Records)
  • Marta Del Grandi: Traumwandlerischer Art-Pop aus Mailand zwischen politischer Wachheit und innerer Bilderwelt ("Dream Life“, Fire Records)
  • Beverly Glenn-Copeland: Spätes Meisterwerk über Liebe, Erinnerung und das gemeinsame Altern ("Laughter in Summer“, Transgressive Records)
  • Barry Walker Jr.: Erdige Pedal-Steel-Geologie, die sich zur Meditation verstetigt  ("Paleo Sol“, Thrill Jockey Records)
  • Cordovas: Strahlendes Folk-Rock-Album eines Americana-Kollektivs zwischen Todos Santos und Nashville ("Back to Life“, Yep Roc Records)
  • Melissa Carper & Theo Lawrence: Duett-Debüt mit 50er-Jahre-Western-Swing und klassischem Country-Storytelling ("Havin’ A Talk“, Warner Records)
  • Storey Littleton: Folkiges Songwriter-Debüt aus Woodstock zwischen „Girl in trouble“-Drama und Lo-Fi-Charme ("At a Diner“, Don Giovanni Records)
  • Ratboys: Indie- und Post-Country aus Chicago über Distanz, Therapie und neue Klarheit ("Singin’ to an Empty Chair“, New West Records)
  • Michael Lane: Indie-Folk-Songwriter mit seinem vierten Album über stille Momente des Ankommens ("Live Free“, Greywood Records)

Maaru Will