Chansons, Lieder und Folk: Mirah und die Ode an das Gehen und Kommen

Mirahs erstes Studioalbum seit acht Jahren ist zwischen dem Tod ihres Vaters und ihrer Mutterschaft entstanden. Reduzierte Folk‑Songs treffen auf dunkle Gitarren, die Stimme tastet sich durch innere Dialoge. Ein Album, das Raum braucht und gibt.

Mirah
Mirah (Bild: Shervin Lainez)

"Dedication“ ist Mirahs Rückkehr nach langer Pause. Die Platte entsteht aus einer Lebensphase voller Kontraste: Geburt ihres Kindes, Tod des Vaters. Songs wie "Beginning of Time“ oder "Hummingbird“ greifen diese Achsen auf – Anfänge, Abschiede, das Ringen um Weitermachen, Stillstand und Rastlosigkeit.

Musikalisch setzt Mirah auf ihr bewährtes Handwerk: Gitarren‑Arpeggien, mehrstimmige Gesänge, treffsicher Akzente. Keine Überladung, dafür Präzision. Motive wiederholen sich, verschieben sich leicht – das gibt den Songs etwas Mantra‑artiges. Auch ihre Texte arbeiten über Wiederholungen: Beobachtungen werden zu Fragen, Zweifel zu Trostversuchen. Nichts wird deklamiert, vieles bleibt offen.

Diese Art Songwriting passt zu Mirahs Welt: Ihr stets rauer, mit einem Bein im Alternative-Rock stehender Indie‑Folk bewegt sich seit den 90ern nah an der persönlichen Erfahrung. "Dedication“ ist ein Begleiter, der sich in der Stille des Alltags langsam festsetzt – ein Album über Übergänge, das selbst wie ein Übergang klingt.

"Dedication“ von Mirah ist erschienen am 20. Februar 2026 auf Double Double Whammy.

Außerdem in dieser Sendung

  • Iskander Moon: Cineastisches Debüt nach Klassik-Ausbildung und Musikproduktionsstudium ("Salt Moon City“, Embassy of Music)
  • Plewka & Schmiedtje: Akustische Endzeit‑Playlist zwischen Roberta Flack und The Doors ("Between The Lights“, Recordjet)
  • Liz Cooper: Psychedelischer Indie‑Folk mit Kante ("New Day“, Sleepyhead Records)
  • Caroline Jones: Loslassen und nach vorne schauen zwischen Bluegrass und Modern Country ("Good Omen“, Big Machine)
  • Megan Moroney: Junge Nashville‑Storysongs ("Cloud 9“, Columbia Nashville)
  • Mumford & Sons: Sigh once more – noch immer nicht zurück in der Spur ("Prizefighter“, Island Records)
  • Neuheiten von Camille Camille, Sophia Kennedy und Ibe

Maaru Will

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