"Dedication“ ist Mirahs Rückkehr nach langer Pause. Die Platte entsteht aus einer Lebensphase voller Kontraste: Geburt ihres Kindes, Tod des Vaters. Songs wie "Beginning of Time“ oder "Hummingbird“ greifen diese Achsen auf – Anfänge, Abschiede, das Ringen um Weitermachen, Stillstand und Rastlosigkeit.
Musikalisch setzt Mirah auf ihr bewährtes Handwerk: Gitarren‑Arpeggien, mehrstimmige Gesänge, treffsicher Akzente. Keine Überladung, dafür Präzision. Motive wiederholen sich, verschieben sich leicht – das gibt den Songs etwas Mantra‑artiges. Auch ihre Texte arbeiten über Wiederholungen: Beobachtungen werden zu Fragen, Zweifel zu Trostversuchen. Nichts wird deklamiert, vieles bleibt offen.
Diese Art Songwriting passt zu Mirahs Welt: Ihr stets rauer, mit einem Bein im Alternative-Rock stehender Indie‑Folk bewegt sich seit den 90ern nah an der persönlichen Erfahrung. "Dedication“ ist ein Begleiter, der sich in der Stille des Alltags langsam festsetzt – ein Album über Übergänge, das selbst wie ein Übergang klingt.
"Dedication“ von Mirah ist erschienen am 20. Februar 2026 auf Double Double Whammy.
Außerdem in dieser Sendung
- Iskander Moon: Cineastisches Debüt nach Klassik-Ausbildung und Musikproduktionsstudium ("Salt Moon City“, Embassy of Music)
- Plewka & Schmiedtje: Akustische Endzeit‑Playlist zwischen Roberta Flack und The Doors ("Between The Lights“, Recordjet)
- Liz Cooper: Psychedelischer Indie‑Folk mit Kante ("New Day“, Sleepyhead Records)
- Caroline Jones: Loslassen und nach vorne schauen zwischen Bluegrass und Modern Country ("Good Omen“, Big Machine)
- Megan Moroney: Junge Nashville‑Storysongs ("Cloud 9“, Columbia Nashville)
- Mumford & Sons: Sigh once more – noch immer nicht zurück in der Spur ("Prizefighter“, Island Records)
- Neuheiten von Camille Camille, Sophia Kennedy und Ibe
Maaru Will