Romy Liz Rose ist in Zwanenburg aufgewachsen, direkt unter der Polderbaan, der Einflugschneise des Amsterdamer Flughafens. Dass sie eine so erdverbundene, stille Musik macht, sagt vielleicht schon alles. Romy Laarhoven, so ihr bürgerlicher Name, lebt heute in Rotterdam. Ihr Debütalbum "I Am June" ist bei Excelsior Recordings erschienen – dem niederländischen Label, das auch Froukje beheimatet.
Die elf Songs sind in Romys Wohnzimmer entstanden oder am Küchentisch mit einer Gitarre und handeln von den letzten zwei Jahren: vom Ende einer zehnjährigen Beziehung, von der Stille danach, vom langsamen Wiedererkennen der eigenen Person. Folk und Americana, immer mit Pedal Steel im Hintergrund, eine Stimme, die manche an die frühe Joni Mitchell erinnert, andere an Adrianne Lenker – und irgendwo am Horizont, fast wie eine Fata Morgana, taucht ein Hauch Country auf. Betörend ist dabei, wie ihre Musik zu flirren und fliegen beginnt – da dringt dann doch die Weite und Sehnsucht durch, die Flughäfen manchmal vermitteln. Romy Liz Roses entrückte Harmonik dürfte für Fans von Fleetwood Mac, Stevie Nicks und Christine McVie ein Fest sein.
"I Am June“ – der Titel feiert die Selbstbehauptung und den Juni als Monat des Aufblühens, der offenen Möglichkeiten, des Lichts – aber auch der Melancholie, die sich in all dem versteckt. Ein beachtliches, reifes Debüt der jungen Niederländerin, die sich in gefühlvoller Zurückhaltung auch international für die erste Reihe empfiehlt.
"I Am June" von Romy Liz Rose ist erschienen am 13. März 2026 bei Excelsior Recordings.
Außerdem in dieser Sendung
- Foy Vance: Nordirischer Soul-Folk-Troubadour löst nach 26 Jahren ein Versprechen an den toten Vater ein ("The Wake", Rounder)
- Katherine Priddy: Singer-Songwriterin aus Birmingham entmachtet unvermeidliche Herzensbrecher ("These Frightening Machines", Cooking Vinyl)
- Tinariwen: Tuareg-Wüstenblueser ziehen sich ans Lagerfeuer zurück und reichen das Feuer an die nächste Generation ("Hoggar", Wedge)
- Morgan Nagler: Kalifornische Songwriterin tritt aus dem Schatten anderer – mit erstem eigenen Album und Wut nach geplatzter Verlobung ("I've Got Nothing to Lose, and I'm Losing It", Cooking Vinyl)
- Jessie Buckley & Bernard Butler: Frisch gekürte Oscar-Gewinnerin und ihr betörendes Folk-Album mit dem Suede-Gitarristen ("For All Our Days That Tear the Heart", EMI)
+ Neuheiten von Tucker Zimmermann, Nina Hagen & Nana Mouskouri, Josh Pyke, Tom Joseph und Bluai
Maaru Will