Tucker Zimmerman, geboren 1941 in San Francisco, seit den 70er-Jahren in Belgien lebend, war einer der großen Unbekannten der Musikgeschichte. Ein musikalischer Freigeist mit Diplomen in Musiktheorie und Komposition, über den sein erklärter Fan David Bowie einmal sagte, er sei schlicht "zu qualifiziert für Folk-Musik". Nach Jahrzehnten unter dem Radar wurde Zimmerman 2024 durch eine Zusammenarbeit mit der Indie-Folk-Band Big Thief noch einmal einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.
In seinem Gartenstudio in der Provinz Lüttich hat Zimmerman vor seinem Tod ein letztes, intimes Album fertiggestellt. Mit über achtzig Jahren experimentierte er noch einmal mit Synthesizern und analogen Elektronik-Elementen und verknüpfte den klassischen Folk-Song mit fast hypnotischen Klangteppichen. "Dream Me A Dream" ist ein Werk, das viele Regeln bricht – und ein würdiges Vermächtnis eines Künstlers, der auch ein Nachbar gewesen ist.
"Dream Me A Dream" von Tucker Zimmerman ist erschienen am 19. Juni 2026 auf Big Potato Records.
Außerdem in dieser Sendung:
- Bob Dylan: Zum 60. Geburtstag von "Blonde on Blonde" – Blick auf das monumentale Doppelalbum und seine Entstehung
- Jackie DeShannon: Frühe Akustik-Demos der Songwriting- und Gesangsikone ("Girl of Yesterday: Acoustic Folk Demos", Real Gone Music)
- The Psalmist: Vielschichtiges Folk-Rock-Debüt eines rätselhaften Sängers aus Ohio ("1978", The Psalmist)
- Midnight Ramblers: Debüt des Londoner Trios, das englische und amerikanische Folk-Tradition mit eindringlichen Harmonien mischt ("Time and Tide")
Maaru Will