Roger Stein, der vor gut zwanzig Jahren gemeinsam mit seiner Bühnenpartnerin Sandra Kreisler das Duo Wortfront gründete, bleibt auch auf seinem dritten Soloalbum ein Freund der unmissverständlichen Worte. Auf "Ist es nicht schön hier" reiht er ein dreckiges Dutzend Lieder aneinander, in denen jede Silbe greift wie die Zähne in einem Schweizer Uhrwerk. Der klassisch studierte Sänger, der einst in Wien über das deutsche Dirnenlied im literarischen Kabarett von 1901 bis 1933 promoviert hat, zieht den Hörer mit spürbarer Wollust in menschliche Abgründe und gesellschaftliche Verhaltensauffälligkeiten hinein. Seine Stücke sind dabei weniger plakativ, als sie zunächst scheinen, sondern so stark verdichtet, dass sie ihre Hörer permanent herausfordern. Ein swingender Spaß voll ernster Ironie, der noch ins Grübeln bringt, wenn der letzte Ton schon lange verklungen ist.
"Ist es nicht schön hier" von Roger Stein ist erschienen am 4. September 2026 bei Sturm & Klang.
Außerdem in dieser Sendung:
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Paris Paloma: Die gefeierte Singer-Songwriterin aus Derbyshire mit ihrem zweiten Album voller patriarchatskritischem Gothic-Folk ("The Fatal Flaw", Nettwerk)
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Billy Strings: Der Bluegrass-Wundergitarrist aus Michigan verarbeitet den Drogentod seiner Mutter ("So Much for Goodbyes", Reprise Records)
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Case/Lang/Veirs: Die US-Supergroup feiert das 10-jährige Jubiläum ihres Indie-Folk-Meilensteins mit einer Deluxe-Edition mit unveröffentlichten Aufnahmen ("case/lang/veirs", Anti)
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Medium Build: Tennessee-Songwriter Nicholas Carpenter mit schroffem Americana und offenen Karten ("King of Having Fun", Island Records)
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Hollow Hand: Londoner Trio mit analoger Psych-Folk-Nostalgie ("Wish Road South", Loose Music)
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Leon Majcen: Bosnischstämmiger Singer-Songwriter aus Florida mit staubigem Folk über das Vagabundenleben ("The Leaving Kind", Cloverdale Records)
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Phillip Phillips: Geerdeter Country-Pop des einstigen Castingshow-Gewinners aus Georgia ("Let's Go Far: Vol. 1", Phil Phil Music)
Maaru Will