Forum: Die schlauen Füchse des Rolf Kauka

Das Ludwigmuseum Schloss Oberhausen zeigt eine Ausstellung über die Comicwelt des deutschen Verlegers Rolf Kauka. Im Mittelpunkt stehen seine bekanntesten Figuren "Fix und Foxi". Von 1957 bis 1994 erschienen die Hefte regelmäßig mit einer wöchentlichen Auflage von bis zu 100.000 Stück.

Ein „Micky Maus“-Heft von Walt Disney oder ein „Fix und Foxi“-Heft von Rolf Kauka ? Mitte der 1950er Jahre standen nicht wenige Kinder vor dem Kiosk und mussten sich entscheiden. Viele nahmen den deutschen Comic: Seit 1957 erschien „Fix und Foxi“ mit den Abenteuern der schlauen Füchse.

Der gelernte Drogeriegehilfe Kauka musste als Verleger lange mit dem schlechten Image des Comics kämpfen. Deshalb griff er zunächst auf Figuren der deutschen Literaturgeschichte und Sagenwelt wie Till Eulenspiegel und Münchhausen zurück, um so als pädagogisch wertvoll zu gelten. In der fünften Ausgabe von „Till Eulenspiegel“ treten Fuchs und Wolf als Widersacher auf – damit zitiert Kauka Goethes Epos „Reineke Fuchs“. Schon bald entwickelten sich aus diesen anfänglichen Nebenfiguren die Füchse „Fix und Foxi“. 1955 wurde das Heft nach ihnen benannt. Aus dem dummen Wolf wurde die Figur „Lupo“, später ein Publikumsliebling mit eigenem Jugendmagazin.

Weitere Figuren traten in den Geschichten hinzu: Die konservative Oma Eusebia, der gemütliche Onkel Fax, der erfinderische Professor Knox und das gewitzte Lupinchen. Kauka verkaufte die Comics in den 60er Jahren auch in mehrere Länder Europas sowie nach Mexiko und Brasilien.

1964 kaufte Kauka frankobelgische Lizenzserien wie Gaston Lagaffe, Asterix, die Schlümpfe oder Lucky Luke. Sie erschienen etwa in den Lupo-Heften und machten die mittlerweile zu Klassikern gewordenen Geschichten damit erstmals dem deutschsprachigen Publikum zugänglich. Die Asterix und Obelix-Geschichten wurden allerdings eingedeutscht, was damals nicht unüblich war, wie der Kauka-Experte Martin Budde im Ausstellungskatalog schreibt.

In der ersten abgedruckten Geschichte „Die Goldene Sichel“ wurden aus Asterix und Obelix plötzlich „Siggi“ und „Babarras“ und aus den Galliern zwei unbeugsame Germanen. Doch nicht nur das: Jede Figur erhielt eine Umdeutung, die sich oftmals auf Deutschland und die deutsche Geschichte beziehen lassen, heißt es in der Ausstellung. Dass jedoch der geldgierige Bösewicht der Sichelschieberbande nun mit jiddischem Akzent sprach, führte zu erheblichen Vorwürfen. Die Asterix-Erfinder Goscinny und Uderzo entzogen Kauka daraufhin die Lizenz.

Die Ausstellung „Fix & Foxi“ zeigt insgesamt rund 500 Objekte, darunter mehr als 280 Original-Zeichnungen. In einem Kinosaal werden auch Beispiele von Verfilmungen der Fix & Foxi-Geschichten gezeigt. Die Ausstellung ist bis zum 9. September zu sehen.

Außerdem in Forum:

  • Oper: Zweimal Bela Bartok in Brüssel (Premierenkritik)
  • Kulturerbe: Sorge um den Bahnhof Raeren (Interview)
  • Hörbuch: „Prawda“ von Felicitas Hoppe (Autorenlesung)

Werner Barth