Forum: Moderne Galerie wirft neuen Blick auf Max Slevogt

Max Slevogt - einer der führenden deutschen Impressionisten - wurde vor 150 Jahren geboren. Die Moderne Galerie in Saarbrücken ehrt ihn mit einer Ausstellung, die ihn mal anders in den Blick nimmt.

Max Slevogt: "Mädchen vor dem Löwenkäfig" (1901)

Max Slevogt: "Mädchen vor dem Löwenkäfig" (1901)

Die Ausstellung „Slevogt und Frankreich“ stellt ab diesem Wochenende erstmals Slevogts lebenslange Auseinandersetzung mit der künstlerischen Tradition Frankreichs in den Mittelpunkt. Bis zum 13. Januar 2019 werden in Saarbrücken rund 190 Werke gezeigt, darunter gut 100 Leihgaben aus Museen und Privatsammlungen in Deutschland, Frankreich, der Schweiz und den Niederlanden.

Der Geburtstag von Slevogt jährt sich am 8. Oktober zum 150. Mal. In der umfassenden Werkschau sind nicht nur Gemälde und Grafiken von Slevogt zu sehen. Integriert sind auch Werke von Eugène Delacroix, Édouard Manet, Pierre-Auguste Renoir und Paul Cézanne, die Slevogt als Künstler beeinflussten. Die Schau lädt dazu ein, zentrale Themen der Kunst um 1900 aus einer neuen Perspektive zu entdecken.

Zugleich begeht die Moderne Galerie mit der Slevogt-Ausstellung ein eigenes Jubiläum: Es gibt sie seit 50 Jahren. Aus den großen Eigenbeständen des Saarlandmuseums sind in der Schau unter anderem Slevogts „Tiger im Zoo“ (1901) und „Ananas“ (1901) zu sehen. Andere Werke kommen auch aus den Staatlichen Museen zu Berlin, der Staatsgalerie Stuttgart und der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe.

Slevogt gilt neben Max Liebermann und Lovis Corinth als einer der wichtigsten Vertreter des deutschen Impressionismus. Anlässlich des Slevogt-Jahres publiziert das Saarlandmuseum erstmals seinen großen Bestand an Briefen und Karten des Künstlers in einer illustrierten und kommentierten Ausgabe.

Der im bayerischen Landshut geborene Künstler, verbrachte viel Zeit im südpfälzischen Leinsweiler, wo er nahe seinem „Slevogthof“ begraben liegt. Seit Mitte April bereits ehrt der örtliche Tourismusverein den berühmten Maler vieler pfälzischer Motive mit einem üppigen Programm.

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Rudolf Kremer