Forum: Ein persönlicher Jahresrückblick 2017

Werner Barth lässt seine besten Interviews aus dem vergangenen Jahr noch einmal Revue passieren. Natürlich eine rein subjektive Auswahl mit Gesprächspartnern in Maastricht, Aachen und Eupen.

Werner Barth

Das Bonnefanten-Museum in Maastricht war 2017 eine gute Adresse. Zwei Ausstellungen zeitgenössischer Kunst aus den USA sorgten für Aufsehen: Eine Retrospektive von Raymond Pettibon und eine Schau von Kahlil Joseph, beide noch recht unbekannt in Europa. Museumsdirektor Stijn Huijts geht Risiken ein, wenn er in der niederländischen Provinz Künstler präsentiert, die er in New York gesehen hat. Aber beide Ausstellungen waren in Maastricht so gut inszeniert, dass Kritik angesichts der Qualität nur schwer möglich war.

1996 starb der Aachener Kunstsammler Peter Ludwig. Zu seinen letzten großen Ankäufen gehörten viele kubanische Künstler, die Ludwig 1990 auf der Ausstellung „Kuba OK“ in Düsseldorf entdeckte. Ludwig war total begeistert und kaufte fast die Hälfte der ausgestellten Werke. Das Aachener Ludwig-Forum zeigte 2017 eine erneute Bestandsaufnahme zeitgenössischer Kunst aus Kuba und stellte sie den Ludwig-Ankäufen gegenüber.

Ein interessanter Studiogast im Jahr 2017 war der Schriftsteller Willi Achten. Im April stellte Achten in Forum seinen Roman „Nichts bleibt“ vor. Der deutsche Schriftsteller mit Wohnsitz in Vaals zeigte sich als echter Euregiobürger auch von Belgien begeistert.

Nach dem Goldenen Löwen auf der Biennale in Venedig ist Franz Erhard Walther 2017 darüber hinaus mit dem Kunstpreis Aachen ausgezeichnet worden. Seit 60 Jahren arbeitet Walther an seinem Konzept der Partizipationskunst. Nicht das fertige Kunstwerk an der Wand interessiert ihn, sondern das Entwerfen von Handlungsobjekten, die den Zuschauer zum Akteur machen. Im BRF-Interview erinnerte sich der 78-jährige Künstler noch sehr genau an seine allererste Ausstellung in Aachen.

Werner Barth