Jazztime: Neue Jazz-CDs mit Rap und Harfe

Werner Barth stellt die neuen Alben von David Murray, Kyle Shepherd, Sons of Kemet, Disctrict Five, Kathrin Pechlof und Anat Cohen vor.

Saxophonist David Murray beim World Music Festival in Sines, Portugal (2010)

Archivbild: Tiago Canhoto/EPA

David Murray greift auf seinem Album „Blues for Memo“ seine Projekte mit Rappern aus den 1990er Jahren wieder auf. Sein „Partner in Crime“ ist diesmal der Poet und Sänger Saul Williams. Murray brilliert sowohl auf dem Tenorsaxophon als auf der Bassklarinette. Gäste des Albums sind der Posaunist Craig Harris, Jason Moran am Fender Rhodes und Sohn Mingus Murray an der Gitarre. Neben eigenen Kompositionen spielt Murray Stücke von Sun Ra und seinem früheren Weggefährten Butch Morris.

Die nächste neue CD ist beim New Jazz Meeting des SWR entstanden und in der Reihe „Neuer Jazz aus Afrika“ erschienen. Der südafrikanische Pianist Kyle Shepherd ist der Bandleader, der sein Quartett aus Kapstadt aufbietet, mit einem Special Guest: Gitarrist Lionel Loueke aus Benin, der seit Jahren mit Herbie Hancock unterwegs ist. Loueke spielt vor allem Gitarren-Synthesizer und erinnert an die beste Zeit des Jazz-Rock in den 1970er Jahren mit Gruppen wie Weather Report als Höhepunkt.

Weiter geht es mit „Sons of Kemet“, der Gruppe von Saxophonist Shabaka Hutchings. Er ist ein britischer Jazzmusiker mit karibischen Wurzeln und wird Anfang Mai auf dem Jazzfestival von Lüttich spielen. Das neue Album „Your Queen is a Reptile“ ist auf dem Label „Impulse“ erschienen. Auf dem Label des John Coltrane Quartetts also in den 1960er Jahren. Sons of Kemet gehören zusammen mit Kamasi Washington zu den Bands, die wieder ein jugendliches Publikum für die Jazz-Musik begeistern können.

Die nächste neue CD kommt aus der Schweiz. „District Five“ haben die vi’er Youngster ihre Gruppe genannt. Als Studenten haben sie schon gemeinsam alle Jazzklassiker rauf und runter gespielt. Jetzt machen sie ihre eigene Musik: Mit viel Elektronik, aber auch noch immer mit viel Jazz im Gepäck. Das Album heißt „Decoy“.

Die Harfe ist ein im Jazz eher unübliches Instrument. Kathrin Pechlof hat im Trio zusammen mit Robert Landfermann am Bass und Christian Weidner Altsaxophon das Album „Toward the Unknown“ eingespielt. Der Aufbruch ins Unbekannte ist leise und manchmal fast still. Doch es ist eine CD, die man sofort ein zweites Mal hören möchte.

Zum Schluss noch ein Mainstream-Album mit vielen Klassikern wie Mood Indigo von Duke Ellington oder „Jitterburg Waltz“ von Fats Waller. Es spielt das Duo Fred Hersch und Anat Cohen, beide Virtuosen an Klavier und Klarinette.

Enlightenment
(S.Ra/H.Dotson)
David Murray feat. Saul
Williams
MOTEMA

Citizens
(D.Murray/S.Williams)
David Murray feat. Saul
Williams
MOTEMA

Wassoulou
(K.Shepherd)
Kyle Shepherd
JAZZHAUS

My Queen is Ada Eastman
(S.Hutchings)
Sons Of Kemet
IMPULSE

Berlin
(V.Huter)
Distric Five
INTAKT

Silence is a looking bird
(C.Weidner)
Kathrin Pechlof
PIRQUET

Toward the unknown
(K.Pechlof)
Kathrin Pechlof
PIRQUET

The peacocks
(J.Rowles)
Anat Cohen, Klarinette
Fred Hersch, Klavier
ANZIC REC.

Werner Barth

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