Jazztime: CD-Neuveröffentlichungen im Sommer – Teil 2

Werner Barth stellt die neuen Alben von Dexter Goldberg, Sullivan Fortner, Jure Pukl, Jeff Williams, Benoît Delbecq, Marty Ehrlich und Naked Dance vor.

Sullivan Fortner

Sullivan Fortner (Pressefoto)

„Tell me something new“ heißt das Titelstück der neuen CD des französischen Pianisten Dexter Gordon und seinem Trio. „Tell me something new“ ist auch das Motto dieser Sendung: Wir wollen ja auch immer etwas Neues hören, selbst wenn die Formel des Piano-Trios schon lange ausgereizt zu sein scheint. Doch es gibt immer wieder neue Pianisten, die sich an dieser Formel versuchen. Auch in den USA: Hier heißt der neue Shooting-Star Sullivan Fortner. Dessen Album trägt den Titel „Moments Preserved“.

Warum glaubt man eigentlich immer, dass die amerikanischen Jazzer mehr swingen? Also, Klaviervirtuosen sind sie beide, der Franzose Dexter Gordon und Sullivan Fortner aus New Orleans, aber vielleicht liegt es an den Standards, die Fortner auf seinem neuen Album spielt. Grandios ist vor allem seine Interpretation von „In a Sentimental Mood“ von Duke Ellington.

Jure Pukl ist ein Slowene in New York. Hier hat er seine Ehefrau Melissa Aldana aus Chile kennengelernt. Gemeinsam treten sie auf der CD „Doubtless“ als Doppel-Tenorquartett an. Das Album ist auf dem Label Whirlwind Recordings in London erschienen. Ein unabhängiges Label, das seit der Gründung 2010 schon über 120 CDs veröffentlicht hat. Neu auf Whirlwind Recordings auch das Album „Lifelike“ von Jeff Williams. Es ist ein Live-Mitschnitt aus dem Londoner Klub „Vortex“, ebenfalls mit zwei Saxophonisten: John O’Gallagher spielt Alt- und Josh Arcoleo Tenorsaxophon.

Die nächsten beiden CDs kommen vom Label Clean Feed, das uns schon seit Jahren regelmäßig beschäftigt. „Spots on Stripes“ heißt das neue Album von Benoit Delbecq, das er mit einem prominent besetzten Quartett eingespielt hat. Neben Delbecq am Piano, besteht das Quartett aus Mark Turner, Tenorsaxophon, John Hébert, Bass und Gerald Cleaver am Schlagzeug.

Ebenfalls auf dem Label Clean Feed ist die neue CD von Marty Ehrlich erschienen. Der Schüler von Julius Hemphill präsentiert auf „Exaltation“ ein Trio, in dem wir Johnny Hébert am Bass wiederfinden. Der Schlagzeuger ist Nasheet Waits. Hébert und Waits waren beide Mitglieder des letzten Trios von Pianist Andrew Hill, der 2007 verstorben ist. Marty Ehrlich, der selbst in Gruppen von Hill gespielt hat, bezieht sich mit dem Programm seines neuen Trios ausdrücklich auf den Pianisten aus Chicago. Das Album beginnt mit der Andrew-Hill-Komposition „Dusk“ .

LEO-Records in London hat mal wieder einen neuen Namen ausgegraben: Stephen Rush. Der Pianist nennt seine Band „Naked Dance“ und bezieht sich auf der CD „Something Near By“ sowohl auf Anthony Braxton als auf die Harmolodics-Theorie von Ornette Coleman.

Außerdem sind Einflüsse von Sun Ra und New Orleans zu hören. Auf dem Stück „Ninth Ward from the Sun“ hat Bandleader Stephen Rush noch einmal den guten alten Moog herausgekramt.

Tell me something new
(D.Goldberg)
Dexter Goldberg Trio
JAZZ & PEOPLE

Changing keys (Wheel of Fortune Theme)
(M.Griffin)
Sullivan Fortner
IMPULSE

In a sentimental mood
(E.K.Ellington)
Sullivan Fortner
IMPULSE

Doubtless
(J.Pukl)
Jure Pukl
WHIRLWIND

Under the radar
(J.Williams)
Jeff Williams
WHIRLWIND

Spots on stripes
(B.Delbecq)
Benoit Delbecq 4
CLEANFEED

Dusk
(A.Hill)
Trio Marty Ehrlich
CEANFEED

Something nearby
(S.Rush)
Naked Dance
LEO REC.

Ninth ward from the sun
(S.Rush)
Naked Dance
LEO REC.

Werner Barth

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