Jazztime: Neue Namen für den neuen Jazz

Werner Barth stellt die neuen Alben des Londoner Label WHIRLWIND RECORDINGS vor. Die Namen von Josephine Davies und Walter Smith III sollte man sich merken.

Josephine Davies

Josephine Davies (Bild: U.K. Musikpromotion)

Tenorsaxophonistin Josephine Davies hat ihr Trio „Satori“ getauft. Mit diesem Begriff aus dem Buddhismus sind Momente der Erleuchtung oder Klarheit gemeint. Besser kann man die Musik auf der CD „In the Corners of Clouds“ nicht beschreiben. Völlig unaufgeregt präsentiert Josephine Davies ihre leisen Kompositionen, nur unterstützt von Kontrabass und Schlagzeug.

Unspektakulär kommt auch der Tenorsaxophonist Walter Smith III auf der CD „In Common“ daher. Co-Bandleader ist der Gitarrist Matthew Stevens, der die Hälfte der Kompositionen beisteuert. Für Farbtupfer in den ruhigen Melodien sorgt Vibraphonist Joel Ross.

Das Vibraphon ist auch zum Hauptinstrument von Jorge Rossy geworden. Der ehemalige Schlagzeuger von Brad Mehldau spielt auf der CD „Beyond Sunday“ fast ausschließlich Eigenkompositionen. Die Ausnahme ist „Introspection“ von Thelonious Monk.

Monk ist oft Ausgangspunkt des französischen Schlagzeugers Edward Perraud auf seinem Album „Espaces“. Zumindest beim Stück „Space Time“ hat Perraud laut eigener Aussage „ganz stark an Monk gedacht“.

Der Schweizer Posaunist Samuel Blaser präsentiert auf „Early in the Morning“ eine Hommage an den Blues. Zwei illustre Gäste waren im Studio dabei: Oliver Lake und Wallace Roney. Schlagzeuger ist der Amerikaner Gerry Hemingway, der seinen Wohnsitz in die Schweiz verlegt hat.

Mit der Schweizer Gruppe „Exodos“ hat Hemingway, der ehemalige Begleiter von Anthony Braxton, ein frei improvisiertes Album mit dem Titel „Heuristics“ aufgenommen. Hemingway bringt die Kopfmusik mit seinem Schlagzeug zum Swingen.

Die neue Gruppe von Pianistin Myra Melford heißt „Snowy Egret“. Auf der CD „The other Side of Air“ gelingt es der Amerikanerin, ihre Kompositionen wie Improvisationen klingen zu lassen. Die Band mit Schlagzeuger-Wunderkind Tyshawn Sorey und Bassgitarrist Stomu Takeishi liefert dafür das Gerüst.

Zum Abschluss der Jazztime gibt es noch einen Rückblick auf Charlie Haden: Der 2014 verstorbene Bassist und Bandleader war 2007 auf einigen Festivals im Duo mit Pianist Brad Mehldau zu hören. Auf der CD „Long Ago and Far Away“ ist jetzt ein Konzertmitschnitt vom „Enjoy-Jazzfestival“ in Mannheim erschienen.

Wabi-Sabi
(J.Davies)
Satori
WHIRLWIND

Unsung
(W.SmithIII)
Walter Smith III
Matthew Stevens
Joel Ross
Harish Raghavan
Marcus Gilmore
WHIRLWIND

Introspection
(T.Monk)
Jorge Rossy Vibes
Quintett
JAZZ & PEOPLE

Space time
(E.Perraud)
Edward Perraud
LABEL BLEU

Levee Camp Moan Blues
(S.Blaser)
Samuel Blaser
OUTHERE

Parados
(G.Bettini)
Exodos
LEO REC.

Motion stop frame
(M.Melford)
Myra Melford‘s Snowy Egret
FIREHOUSE

Long ago and far away
(C.Haden)
Charlie Haden & Brad
Mehldau
IMPULSE

Werner Barth

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