Jazztime: Afro-American Idols – Melanie Charles feiert die Frauen, die sie stark gemacht haben

"Ich liebe Jazz, ich habe mich wirklich tief in ihn verliebt. Aber ich wollte, dass junge Leute mit ihm interagieren", sagt die New Yorker Jazz-Sängerin und Flötistin Melanie Charles.

Melanie Charles (Bild: Meredith Traux/Verve/Universal Jazz)

Melanie Charles (Bild: Meredith Traux/Verve/Universal Jazz)

Ihr neues Album „Y’All Don’t (Really) Care About Black Women“ spiegelt Charles’ Vielseitigkeit und Vorstellungskraft als Künstlerin wider, aber auch ihre tiefe Sorge um die Gemeinschaft.

Für das Album suchte sie im Verve-Katalog nach Musik, die zu ihr sprach. Ein Remix-Projekt sollte ihr neue Energie einhauchen. Die Stimmen von Billie Holiday und Sarah Vaughn inspirierten sie zu ersten Arrangements. Als sie den Rest des Albums angehen wollte, hatte sich die Welt verwandelt: Die Pandemie verwehrte ihr den Zugang zu ihren Quellen – sie war gezwungen, das Album von zu Hause aus zu machen, aber ließ sich nicht entmutigen. „Dies steht im Zentrum unserer Erfahrung als Braune und Schwarze, etwas aus dem Nichts zu machen“, sagt sie.

Den Rest nahm sie im Sommer 2020 auf, während die Amerikaner in Rassenauseinandersetzungen steckten, infolge des Tods von George Floyd, Breonna Taylor und anderen. Besonders Taylors Tod hat viel in ihr ausgelöst: „Ich wurde daran erinnert, dass schwarze Frauen unterbewertet, unversorgt, schutzlos und vernachlässigt sind und immer waren. Ich beschloss, mich auf Songs zu konzentrieren, die von den schwarzen Frauen geschrieben und/oder gesungen wurden, die mir den Weg ebneten“, sagt Charles.

Im Kern ist „Y’all Don’t (Really) Care About Black Women“ ein Ruf nach einer Welt, in der schwarze Frauen freier leben und ihre ganze Menschlichkeit zum Ausdruck bringen können.

Außerdem:

  • Makaya McCravens Infusionen in die Blue Notes
  • Das Bill Charlap Trio tupft sich mit samtpfötiger Eleganz und Genauigkeit durch Jazz-Klassiker
  • Magnus Mehl und sein Klangkollektiv der Solisten
  • Zum Tod des niederländischen Trompeters und Flügelhornisten Ack van Rooyen

A Slice Of The Top
(H. Mobley)
Makaya McCraven
Blue Note

Sunset
(K. Dorham)
Makaya McCraven
Blue Note

Jazz (Ain’t Nothing But Soul) (Reimagined) (feat. Betty Carter)
(N. Mapp/ J. Nordenström/ A. Christensen/ K. Osgood)
Melanie Charles
Verve

What a Difference (Reimagined) (feat. Dinah Washington)
(M. Grever/ S. Adams)
Melanie Charles
Verve

Woman of the Ghetto (Reimagined) (feat. Marlena Shaw)
(R. Evans/ R. Miller/ M. Shaw)
Melanie Charles
Verve

Go Away Little Boy
(C. King/ G. Goffin)
Melanie Charles
Verve

What Are You Doing The Rest Of Your Life
(M. Legrand/ A. & M. Bergman)
Bill Charlap Trio
Blue Note

Your Host
(K. Burrel)l
Bill Charlap Trio
Blue Note

Right Around the Corner
(M. Mehl)
Magnus Mehl
Neuklang

Sunny Side Queens
(M. Mehl)
Magnus Mehl
Neuklang

The Hague Shuffle
(P. Heller)
Ack van Rooyen
Delta Music

Canter No.1
(K. Wheeler)
Ack van Rooyen
Delta Music

Markus Will