Jazztime: „Sultan“ von Alune Wade – Afrikas Diaspora in einer philosophisch-politischen Saga

Der senegalesische Bassist Alune Wade umspannt auf seinem fünften Soloalbum "Sultan" Volksmusik aus Mali, algerischen Raï, marokkanische Gnawa sowie Sufi-, Soul- und Filmton-Elemente mit Musik aus Äthiopien, Rap und Jazz.

Alune Wade (Bild: Hela Ammar)

Alune Wade (Bild: Hela Ammar)

Wades erste Aufnahmen entstanden 1999 auf Ismaël Los wegweisendem Album „Jiguen“. Es ist nicht seine einzige Zusammenarbeit mit den Großen der Jazz- und Crossover-Szene geblieben, sie reicht von Joe Zawinul und Youssou N’Dour über Marcus Miller, Oumou Sangaré und Bobby McFerrin bis zu Lokua Kanza und Fatoumata Diawara.

Nach dem Abschluss seiner Arbeit an Soloalbum Nummer vier („African Fast Food“) keimten schon die Ideen für „Sultan“: „2018 war ich fasziniert vom Potential einer Zusammenkunft der Musikstile Ostafrikas, vor allem Äthiopiens und Ägyptens. Meine folgenden Reisen – und davon gab es viele – erlaubten es mir, Künstler*innen aus der Diaspora in New York und Paris zu finden. Dieser dynamische Schmelztiegel wurde von meiner Leidenschaft für Jazz, Highlife und Afrobeat bereichert. So stieg ich einfach immer tiefer mit der Idee in mein privates Musiklabor hinein, diese Stile miteinander zu verbinden, ohne dass sie ihre jeweilige Textur verlieren sollten.“

Dabei verbindet Alune Wade soziale, politische, historische und philosophische Perspektiven und geht beispielsweise dem Schicksal der Falaschen auf den Grund, der äthiopischen Juden, die auf ihrer Odyssee nach Israel auf tragische Weise von ihrer Herkunft entwurzelt wurden.

„Sultan“ ist eines der spannendsten Alben, die dieses Jahr aus und über Afrika erschienen sind. Aufgenommen wurde es in der tunesischen Hauptstadt Tunis.

Außerdem

  • „Caméléon“ vom Thierry Maillard Ensemble
  • „NY Ensembles“ von Chris Torkewitz
  • 50 Jahre „Music of Another Present Era“ von Oregon
  • „Let Sound Tell All“ von Julius Rodriguez
  • Im Echo von Gil Scott-Heron: „This Is Brian Jackson“