Jazztime: „Scapes“ von Torkler & Bornstein – ein Paradies der Nachdenklichkeit

Seit fünf Soloalben widmet sich der mecklenburgische Pianist Wolfgang Torkler einem Jazz-Modus der Entschleunigung, der Reduktion, der Introspektion. In Kontrabassist René Bornstein hat er nun einen kongenialen Partner gefunden.

Bild: David Prinzer

Wolfgang Torkler und René Bornstein (Bild: David Pinzer)

Dass die beiden füreinander Zeit haben, ist vielleicht das größte Wunder, so vielbeschäftigt sind beide als Komponisten, als Bandleader, als Sidemen. Torkler, der acht Jahre in Dresden Klavier und Komposition im Fach Jazz studiert hat und in Boston am Berklee Music College ein Aufbaustipendium absolvierte, in dem er sich lateinamerikanischer und Filmmusik widmete, ist dabei ein ebenso facettenreicher Künstler wie René Bornstein, der in Dresden für die Staatsoper spielt, eine Big Band dirigiert und ein halbes Dutzend Bands sein Zuhause nennt.

Mit „Scapes“ haben sie sich in einen Zyklus verinnerlichter Welterfahrung begeben. Jeder Ton, jeder Anschlag und jeder Nachhall darin ist eine Regung, in der das Fortwirken im nächsten Ton spürbar angelegt ist. Selten ist besonnene Musik so anregend.

Außerdem:

  • „Jazz Cats Volume 2″: Lefto präsentiert den aktuellsten Stand der jungen belgischen Jazz-Szene – mit Cargo Mas, Stellar Legions, M.Chuzi und LũpḁGangGang
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  • Zwei schräge Gen-ieZ: „Not Tight“, das Debütalbum der bizarren Nu-Jazz-Wunderkinder Domi & JD Beck

Markus Will