Jazztime: Nubiyan Twist – Dieser Groove wurde ohne KI erstellt

Jazz, Afrobeat, Hip-Hop, Soul, Reggae – neun Londoner, eine neue Sängerin und Gäste von Patrice Rushen bis Fatoumata Diawara: "Chasing Shadows" ist das Gegenteil von allem, was ein Algorithmus produzieren würde – schwitzig, warm, menschlich und unvorhersehbar.

Nubiyan Twist (Bild: Strut Records)
Nubiyan Twist (Bild: Strut Records)

Seit ihrer Gründung in Leeds im Jahr 2011 haben Nubiyan Twist eine Musik entwickelt, die sich in keine Schublade fügt – und das mit einer Konsequenz, die inzwischen fünf Studioalben umfasst. "Chasing Shadows", das neueste, trägt seinen Titel wie ein Manifest: Bandleader und Produzent Tom Excell hat das Album als Antwort auf eine Welt entworfen, in der Algorithmen Kreativität simulieren und soziale Medien das Tempo diktieren. Die Antwort von Nubiyan Twist ist radikal einfach – sie spielen zusammen, im selben Raum, mit der Chemie und dem Chaos echter Menschen.

Neu im Zentrum steht Sängerin Eniola, frische Absolventin des Trinity Laban Conservatoire in London, deren Stimme dem Sound eine neue Farbe gibt. Um sie herum versammelt "Chasing Shadows" ein Tableau eindrucksvoller Gäste: die malische Sängerin Fatoumata Diawara auf dem Titeltrack, Joe Armon-Jones auf einem Dub-Workout, und auf "Threads" eine der elegantesten Pianistinnen der Jazzgeschichte – Patrice Rushen, 72 Jahre alt, Schöpferin von "Forget Me Nots", einem der meistgesampelten Songs aller Zeiten. Dazu Hip-Hop-Veteranen wie Bootie Brown von The Pharcyde und der ghanaische MC M.anifest. Das Ergebnis klingt wie das Gegenteil von KI: nach Freudenschweiß und sozialer Wärme, nach Spontaneität und Menschsein.

"Chasing Shadows" von Nubiyan Twist ist erschienen am 20. März 2026 bei Strut Records.

Außerdem in dieser Sendung:

  • Konzert-Tipp: BAM! Trio & Bart Defoort – am 27. März in St. Vith, Kino Corso – Link zum Veranstalter
  • I’m Not Done Cooking: Brüsseler Ensemble um Pianistin Lara Humbert – Pop, Klassik, experimenteller Jazz als Traumentwurf ("Tome 1: Beauty and The Queen", Mokuhi Sonorities)
  • Gabriele Di Franco Jazz Orchestra: Belgisch-italienischer Komponist mit einem Orchesteralbum für seinen Mentor Kris Defoort ("The Value of Choices", Challenge Records)
  • Steve White Trio: Paul Wellers Schlagzeuger mit seinem erstem Album als Bandleader ("Soul Drums", Acid Jazz)
  • Dave Stapleton: Edition-Records-Gründer mit erstem Soloalbum seit 2012 – mit Nils Petter Molvær an der Trompete ("Quiet Fire", Edition Records)
  • Luka Kuplowsky: Der Torontoer Singer-Songwriter verwandelt die Lyrik des ukrainischen Dichters Antonych in Folk-Jazz-Electronica ("The Grass Grows, Antonych Grows", Next Door Records)
  • Gregory Uhlmann: LA-Gitarrist mit 14 Miniaturen zwischen Ambient und kosmischer Kammermusik ("Extra Stars", International Anthem)
  • Neves E Silva: Zwei Schlagzeuger-Söhne aus Rio mit Debüt-EP zwischen Post-Bop, Samba und Carioca-Funk ("Ladeiras De Santa Teresa", Far Out Recordings)

Maaru Will