Igor Gehenot, 1989 in Lüttich geboren, hat mit sechs Jahren Klavier angefangen. Mit 13 wechselte er in die Jazzabteilung der Königlichen Akademie seiner Heimatstadt, mit 19 ging er ans Konservatorium Maastricht. Sein Debütalbum "Road Story" von 2012 landete auf Platz eins der Diskunion-Charts in Tokio, Jazzwise kürte es zum Album des Jahres – und schrieb, es brauche nur wenige Takte, um zu verstehen, dass hier ein Talent spiele, wie es vielleicht einmal pro Generation auftauche. Seither hat Igor Gehenot acht Projekte als Leader und Co-Leader auf den Weg gebracht – Trio-Alben, Duo-Projekte mit Amaury Faye, zuletzt das Funk-Projekt NØ Steam. Sein neues Album "Shining Face" ist eine Rückkehr zur intimen Form: dem Klaviertrio, mit dem Bassisten Sal La Rocca – einem langjährigen Weggefährten – und dem gefragten italienischen Schlagzeuger Umberto Odone. Zwischen verhaltenem Groove und melancholischer Lyrik entfaltet sich eine Musik, die nie aufdringlich wird und doch viel anbietet, um in die Tiefe zu gehen. Der Albumtitel beschwört die leuchtenden Gesichter der Menschen, die einem wichtig sind, Blutsverwandte wie persönlich Unbekannte. Gewidmet hat Igor Gehenot das Album seinem Sohn.
"Shining Face“ von Igor Gehenot ist erschienen am 10. April 2026 bei Igloo Records.
Außerdem in dieser Sendung:
- Gregor Schor: Der Leverkusener Saxofonist tritt mit Big Band zum Debüt an ("Am Grund", JazzSick Records)
- Olga Reznichenko Trio: SWR-Jazzpreis-Trägerin 2026
- Tabea Kind: Jazzpreis-Baden-Württemberg-Trägerin 2026
- Kau: Brüsseler Trio bringt seine Trip-Hop-schweren Stücke mit einem Streichquartett zum Schweben ("Unknown Waveforms Restrung", Sdban Ultra)
- Joe Jackson: Hassliebe zu England und die alte Liebe zum Jazz ("Hope and Fury", Earmusic)
- Miroslav Vitouš: Studioaufnahmen 2003–2010 – Jazz und Klassik zwischen Kammermusik, großer Sinfonie und dem Vermächtnis von Jack DeJohnette ("Mountain Call", ECM)