Jazztime: Anu Junnonen & Tuur Florizoone – Neuanfang nach über zwanzig Jahren

Die finnische Sängerin und der belgische Akkordeonist haben über zwei Jahrzehnte in verschiedenen Konstellationen miteinander musiziert. Nun haben sie sich erstmals zu zweit an Aufnahmen getraut.

Tuur Florizoone, Anu Junnonen (Bild: Alexander Popelier)

Tuur Florizoone und Anu Junnonen haben sich in der Gruppe aNoo kennengelernt und dort zwei Alben aufgenommen. Als das Projekt 2013 endete, spielten sie weiter sporadisch zusammen, während die Idee eines Duoalbums nur sehr langsam Form annahm. Entstanden ist es schließlich doch: "White Paper" haben sie in einer Villa im Süden Frankreichs eingespielt, einem Ort mit Hügel-Panorama, der der Musik die nötige Ruhe gegeben hat.

Der Titel ist Programm: das leere Blatt, auf dem alle Ideen noch Platz haben. In zwölf Liedern verdichten sich 25 Jahre gemeinsamer Geschichte zu Musik, die Jazz, Folk, World und zeitgenössische Kammermusik ohne Scheu verbindet. Florizoones Akkordeon übernimmt die Rolle einer zweiten Stimme, die um Anu Junnonens Texte herumspielt – mal stützend, mal widersprechend, aber immer im Gespräch. Zwei Stücke hat der Cellist Jörg Brinkmann mitgespielt; Percussion, Piano und mehrstimmiger Gesang wurden ebenfalls integriert. Was als Duo begann, hat sich zu einer kleinen Klangwelt ausgeweitet, die nie ihren intimen Kern verliert.

"White Paper" von Anu Junnonen & Tuur Florizoone ist erschienen am 17. April 2026 bei Aventura Musica.

Außerdem in dieser Sendung:

  • Javon Jackson: Letzter Jazz-Messenger-Veteran spielt Bob Dylan – von Latin bis Modal-Walzer ("Jackson Plays Dylan", Palmetto Records)
  • Kiiōtō: Lou Rhodes’ (Lamb) und Pianist Rohan Heaths zweites Album – inspiriert vom Booker-Prize-Roman "Orbital" ("Black Salt", Kiioto Records)
  • Conic Rose: Berliner Quintett widmet sein zweites Album dem Stadtteil ihres Wirkens ("Wedding", Conic Rose)
  • Lovetempo: Mattie Safer (The Rapture, Poolside) mit nachdenklichem Debütalbum zwischen Jazz-Funk, Disco und Soul ("There Is A Light", Bastard Jazz)
  • Lay-Far Dance Orchestra: Der Londoner Produzent bringt mit Liveband Jazz-Funk, Broken Beat und Drum'n'Bass auf Analogband ("Skybreak", In-Beat-Ween Music)
  • Zum Record Store Day: 10 kubanische Raritäten aus den 70ern – nur auf 5 Vinyl-Singles und Cassette erhältlich ("DJ Koco presents: Cuban 45 Boxset", Mr Bongo)

Maaru Will