Mikael Máni Ásmundsson ist in einem Haus mit über zehntausend Schallplatten aufgewachsen. Die daraus erwachsene Hörerfahrung prägt seine neuen Stücke, die nordischen Impressionismus mit der weiten Melancholie des Post-Rock kreuzen. Für die Aufnahmen hat der Isländer ein eng vertrautes Quintett formiert: Am Klavier sitzt seine Schwester Lilja María Ásmundsdóttir, das Keyboard übernimmt Tómas Jónsson, am Schlagzeug sitzt Magnús Trygvason Elíassen, während der schwedische Bassist Henrik Linder das rhythmische Fundament absichert.
Dieses Ensemble findet kreative Wege, komplexe Melodien, die man sonst eher von einem großen Orchester erwarten würde, in ein hochgradig interaktives Jazz-Format zu übersetzen. Die Palette reicht von lyrischen Passagen bis hin zu weiten, atmosphärischen Klanglandschaften. Entstanden ist ein Album über innere Stimmen und Konflikte, bei dem das spontane Zusammenspiel im Studio durch feine elektronische Klangeffekte und Umweltgeräusche ergänzt wird.
"Half Sun" von Mikael Máni ist erschienen am 17. Juli 2026 bei Smekkleysa.
Außerdem in dieser Sendung:
- James Taylor Quartet: Zum 40-jährigen Dienstjubiläum an der Orgel bricht das Ensemble mit gewohnten Erwartungen und kreuzt antike, christliche Chortexte mit einem Kinderchor und Latin-Grooves ("Te Deum", Acid Jazz)
- Matt Berry Trio: Der britische Schauspieler bricht mit seinen Folk-Pfaden und liefert eine rein instrumentale, zwölfteilige Synthesizer-Suite mit verspulter Funkyness ("Everything’s Peachy", Acid Jazz)
- Various Artists: Die enorme Schatzsuche in verstaubten japanischen Independent-Archiven und Privatpressungen geht in die finale Runde und dokumentiert die goldene Ära der Nippon-Szene ("J Jazz Volume 5: Deep Modern Jazz From Japan [1970–1988]", BBE Music)
- Nao Yoshioka: Die japanische R&B-Stimme verknüpft zeitgenössischen Soul mit improvisatorischer Offenheit und Jazz-Harmonien der zeitgenössischen US-Szene ("Heartbeat", Sweet Soul Records)
+ Neuheiten von James Taylor Trio, Streeton, Yarni
Maaru Will