Job Batiste ist als globaler Popstar, ehemaliger Late-Night-Bandleader und Filmkomponist bekannt. Sein musikalisches Erbgut liegt jedoch im traditionellen Jazz seiner Heimatstadt New Orleans. In einer marathonartigen Aufnahmesession hat der 39-Jährige an nur einem Tag drei komplette Alben solo am Flügel eingespielt. Das Projekt führt den Erfolg seines Albums "Beethoven Blues" aus dem Jahr 2024 fort.
Das Album "Monk Movements" (Teil 4 der Serie) nähert sich den sperrigen Kompositionen des Bebop-Pioniers Thelonious Monk auf entschleunigte, intime Weise. Batiste dekonstruiert kantige Rhythmen, was durch präzise Einzeltöne hörbar wird. Den direkten Gegenpol bildet das Album "Monk Meditations" (Teil 3). Hier nimmt Batiste dem Material die rhythmische Härte und verwandelt Stücke wie "Midnight Movement" in fließende, hypnotische Klangteppiche. Das Album "Black Mozart" (Teil 2) bettet die formale Symmetrie von Wolfgang Amadeus Mozart in die afroamerikanische Tradition ein. So kreuzt Batiste im Stück "Molto In Cayo Hueso" klassische europäische Harmonien mit Blues, Ragtime und Gospel.
Die drei neuen Alben der "Batiste Piano Series" zeigen Jon Batistes Spagat zwischen musikalischer Mathematik und universeller Melodie. Es ist ein Einblick in die Imagination eines Musikers, der historische Genregrenzen ignoriert.
"Black Mozart", „Monk Meditations“ und "Monk Movements" von Jon Batiste sind am 14. August 2026 bei Decca Records erschienen.
Außerdem in dieser Sendung:
- Nicholas Payton, Butcher Brown: Der US-Trompeter aus New Orleans und die Jazz-Funk-Combo aus Richmond mit einem Crossover-Projekt zum 100. Geburtstag von Miles Davis und John Coltrane ("A Supreme Blue", Concord Jazz)
- Gaia Wilmer Large Ensemble feat. Mônica Salmaso: 19-köpfige brasilianische Formation mit kammermusikalischer Hommage an den Tropicalismo-Mitbegründer Gilberto Gil ("Parabólico: Reflections on Gilberto Gil, Vol. 1", Sunnyside Communications)
- Maur/Vantomme 4tet: Französisch-belgisch-deutsches Jazz-Quartett um den Mundharmonika-Virtuosen Laurent Maur und Pianist Dominique Vantomme zum 25-jährigen Bühnenjubiläum ("Old Friend", Laurent Maur)
Maaru Will